Ein Spaziergang am Grünen See endete für eine Steirerin mit einem erschütternden Fund. Beim großen Parkplatz des Naturjuwels lag am Samstag ein Königspython im Gras – völlig entkräftet, dehydriert und in erbärmlichem Zustand.
Die Frau war mit ihrer Tochter und dem Hund unterwegs, als sie das Tier entdeckte. Weil sie früher selbst Schlangen gehalten hatte, wusste sie, wie sie reagieren musste. "Dass er nicht gut beinander ist, war mir sofort klar", schilderte die Finderin.
Da die Steirerin eine Styroporbox im Auto hatte, legte sie die Schlange hinein und nahm sie mit. "Ich hätte es nicht geschafft, sie einfach liegenzulassen, das macht man einfach nicht", sagte sie. Zu Hause nahm sie Kontakt mit Tierschutzstellen auf und wurde schließlich an die Landeswarnzentrale weitergeleitet.
Von dort wurde Werner Stangl, Obmann des steirischen Reptilien- und Amphibienvereins, alarmiert. Die Finderin brachte den Königspython wenig später nach Graz zu dem Experten. Seither versucht Stangl, das Tier aufzupäppeln. "Ich weiß nicht, ob sie es schaffen wird", sagte Stangl laut "Krone".
Der Zustand der Schlange ist dramatisch. Laut Stangl ist sie komplett dehydriert und dürfte viele Monate nichts gefressen haben. Zudem sei unklar, ob sie überhaupt noch auf Futter reagiert oder bereits irreparable Nierenschäden erlitten hat.
Wegen des Zustands, der offenbar von Menschenhand herbeigeführt wurde, erstattete Stangl Anzeige wegen Tierquälerei. Polizei-Pressesprecher Markus Lamb bestätigte, dass nach der Anzeige Ermittlungen wegen des Verdachts der Tierquälerei laufen.