Stelzer: "Geimpften keine weiteren Verbote aufbrummen"

Landeshauptmann Thomas Stelzer im Interview mit "Heute"-Reporter Armin Bach
Landeshauptmann Thomas Stelzer im Interview mit "Heute"-Reporter Armin Bachfotokerschi.at
Oberösterreich wählt. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) ist das erste Mal Spitzenkandidat. Wir sprachen mit ihm. Teil 1 des Interviews.

„Heute“:Zwei Wochen bis zur Wahl. Wie schlecht schlafen Sie?

Thomas Stelzer: Natürlich bin ich angespannt, es ist eine Herausforderung. Insbesondere für einen Spitzenkandidaten. Aber wir arbeiten sehr konsequent. Die Leute erwarten sich – trotz Wahl –, dass die nötigen Entscheidungen getroffen werden. Und Wahl-Auseinandersetzungen möglichst kurz zu halten, damit es danach auch schnell weitergehen kann. Und ich versuche, genau das zu tun.

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„Heute“: Den letzten Wahlkampf hat Josef Pühringer gemacht. Haben Sie sich Tipps von ihm geholt?

Thomas Stelzer:Wir sind laufend in Kontakt. Er ist ja auch sehr aktiv im Seniorenbund, hat einige große Senioren-Veranstaltungen gemacht, bei denen ich auch Gast war. Wir sind schon im Austausch – aber: Jede Wahl-Auseinandersetzung hat eigene Themen, eigene Herausforderungen. Die kann man nicht miteinander vergleichen.

Haben die anderen Parteien keinen Anstand?

„Heute“:Auf Ihren Wahlkampfplakaten steht „Anstand, Hausverstand, Thomas Stelzer“. Haben die anderen Parteien keinen Anstand und keinen Hausverstand?

Thomas Stelzer: Nein. Wir bemühen uns, das herauszustreichen, was uns und mich ausmacht. So, wie mich die Leute jetzt vier Jahre als Landeshauptmann kennengelernt haben. Und es geht darum: Wem trauen die Leute in den nächsten Jahren, die schwierig werden, die Führungsrolle zu.

„Heute“:Montag startet die Schule wieder in Oberösterreich? Mit Tests? Mit Masken? Mit Verschärfungen? Wie wird der Schulalltag unserer Kinder ausschauen?

Thomas Stelzer: Wir haben uns gut vorbereitet. Das Ministerium hat einige Planungen vorgestellt – u.a. auch mit Tests. Es geht darum, dass es maximale Sicherheit gibt, weil wir alle wollen, dass Schule stattfinden kann. Dass die Kinder in die Schule gehen können. Deshalb muss man auf besonderen Schutz schauen – gerade in den ersten Tagen. Die größte Hilfe ist da, dass die Schüler, die aufgrund ihres Alters schon geimpft werden können, auch geimpft sind. Deshalb werden wir rund um den Schulstart zusätzliche Impfangebote in Oberösterreich machen.

„Heute“:Wann werden die Kinder unter zwölf Jahren geimpft?

Thomas Stelzer: Das müssen die Experten und die Mediziner bewerten.

"Einen weiteren Lockdown will keiner"

„Heute“: Mit Schulbeginn wird erwartet, dass die Corona-Infektionszahlen noch weiter steigen. Wird es einen weiteren Lockdown geben?

Thomas Stelzer:Den will keiner, den wünscht sich keiner. Und den wollen wir auch unbedingt vermeiden. Es stimmt zwar, dass die Infektionszahlen jetzt gerade wieder steigen. Aber der Unterschied zur letzten großen Welle ist, dass viel weniger Kranke ins Spital müssen. Das zeigt: Impfen wirkt. Und die, die im Spital oder sogar auf den Intensivstationen liegen, sind größtenteils ungeimpft.

Thomas Stelzer: "Will keine Spaltung in unserer Gesellschaft."
Thomas Stelzer: "Will keine Spaltung in unserer Gesellschaft."fotokerschi.at

„Heute“:Aber genau diese Ungeimpften sorgen derzeit dafür, dass die Intensivstationen voll werden. Als Folge drohen Verschärfungen. Sollten diese dann für alle gelten? Oder nur für Ungeimpfte? Wie ist das vermittelbar?

Thomas Stelzer: So sehr ich dafür bin, dass wir mit der Impfung noch mehr in die Breite kommen: Was ich nicht will, ist, dass das Impfen eine neue Spaltung in unsere Gesellschaft bringt. Aber – und das bestätigen mittlerweile auch viele Verfassungsjuristen: Geimpften kann man nicht noch weitere Schutzmaßnahmen oder Verbote aufbrummen. Weil: Wer sich impfen lässt, der tut das Maximum dessen, was wir erreichen können.

Impfpflicht? Ja? Nein?

„Heute“:Vor einem Jahr sagten Sie: „Wenn sich nicht genug Menschen freiwillig impfen lassen, kann man das Impfen zur Pflicht machen.“ Genau da stehen wir jetzt? Also: Impflicht einführen?

Thomas Stelzer: Die Diskussion gab es in er Phase, in der wir noch keine Impfung hatten. Und wir alle darüber diskutiert haben: Wie werden wir das machen? Da hat es verschiedene Zugänge gegeben. Es ist dann entschieden worden: Es wird keine Impfpflicht geben. Daher ist die Diskussion für mich auch erledigt. Wir müssen den Leuten, ein einfach zugängliches Impf-Angebot machen – etwa Impfen beim Einkaufen.

„Heute“: Gibt es bereits in Wien, bald auch in Oberösterreich?

Thomas Stelzer: In diese Richtung wird es gehen, ja. Damit das Leben wieder viel einfacher und unbeschwerter wird.

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