Stern entkam schwarzem Loch und fliegt aus Galaxie

Schwarze Löcher lassen normalerweise nichts entkommen.
Schwarze Löcher lassen normalerweise nichts entkommen.Bild: iStock
Eine riesige Sonne wird in Rekordgeschwindigkeit aus unserer Galaxie geschossen. Die Entdeckung ist historisch.
Mit sechs Millionen Kilometern pro Stunde rast ein Stern, der um einiges größer war als unsere Sonne, aus der Milchstraße. Die Entdeckung schreibt tatsächlich Geschichte, denn bislang gab es keine Beweise für dieses Phänomen. Der Grund dafür könnte tatsächlich ein schwarzes Loch sein. Doch dieses zieht den Stern nicht an, der Stern flieht förmlich von der Anziehung.

S5-HVS1, so der Name der Sonne, wurde nur zufällig beobachtet, wie er sich aus dem Staub machte, erklärt Professor Gary Da Costa der Australian National University. Er und sein Team waren auf der Suche nach sogenannten "Horizontallast-Sternen". Dabei handelt es sich um metallarme Sterne mittlerer Masse im Zustand des stabilen Heliumbrennens und des Wasserstoffschalenbrennens nach dem ersten Heliumblitz. S5-HVS1 war ein solcher Kandidat. Doch das Interessante war etwas ganz anderes.

Forscher nehmen bereits seit längerer Zeit an, dass Sterne immer wieder aus ihren Galaxien fliegen. Einen Beweis konnte man aber bis jetzt nicht erbringen. Eine Animation zeigt nun, wie uns S5-HVS1 verlässt.

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Reise durchs Nichts



Doch wie konnte das passieren? Schwarze Löcher sind doch eher dafür bekannt, dass sie Sachen ohne jegliche Gnade anziehen und für immer verschlucken. Besonders Sagitarrius A*, das sich in der Mitte unserer Galaxie befindet und eine Masse von 4,1 Millionen Sonnen hat. Dieser Stern konnte der Anziehung offenbar widerstehen. Der Grund: Seine ungeheure Geschwindigkeit. Es wird aber sogar angenommen, dass S5-HVS1 in der Nähe des Zentrums der Milchstraße geboren wurde und zwar vor knapp fünf Millionen Jahren. Somit besteht die Möglichkeit, dass das schwarze Loch selbst den Stern ausgeworfen hat.

Und was passiert nun mit der Sonne? Das ist ungewiss. Douglas Boubert, Forscher an der Oxford Universität geht davon aus, dass sie erstmal für eine lange Zeit ganz alleine im Universum herumschwirren wird. Nur zum Verständnis: Die uns nächste Galaxie, Andromeda, ist ganze 2.537.000 Lichtjahre entfernt. Dazwischen befindet sich nichts als Dunkelheit.
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