Fussball

Stöger über die Austria: "Mehr als ein Arbeitsplatz"

Peter Stöger springt bei der Austria für ein Jahr als Trainer ein. Verantwortlich dafür ist die tiefe Verbundenheit mit den "Veilchen". 
Markus Weber
18.08.2020, 19:15

Im Viola Podcast hat der 54-Jährige tiefe Einblicke in seine Motivation gegeben, trotz finanzieller Not und sportlicher Misere den Trainerposten bei der Austria zu übernehmen. Und das, obwohl der Wiener in der letzten Saison, als er Sportvorstand war, abspringen hätte können. 

"Ja, es hat Anfragen gegeben", erzählte Stöger, "Es war mir aber auch klar, dass ich die zwei Jahre, die ich zugesagt habe, durchziehen. Alles andere wäre nicht in Ordnung gewesen." Trotzdem gab der violette General Manager zu: "Ich habe ein wenig gehadert, weil wir große Dinge umsetzen müssen, um das Schiff wieder flott zu machen. Aber ich habe für mich selbst entschieden, zwei Jahre für die Austria da zu sein." 

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Bewunderung für 1978er-Helden

Ein Grund dafür liegt auch in Stögers Liebe zu seinem Herzensklub. "Es sind schon einige Dinge passiert, die nicht positiv waren, die man auch nicht verdrängen kann. Aber da kommt hinzu, dass ich von kleinauf immer Austria-Fan, ein Bewunderer der 1978er-Mannschaft, war. Es ist einfach mehr als ein Arbeitsplatz", so Stöger. 

Trotzdem sieht die violette Realität alles andere als rosig aus. Das hat die 2:11-Niederlage gegen Borussia Dortmund gezeigt. Auch wenn es nur ein Testspiel war, darf der rot-weiß-rote Rekord-Cupsieger nicht derart unter die Räder kommen, war die einhellige Meinung. Stöger versucht derweil, in seiner gewohnt gelassenen Art zu beruhigen: "Es war nichts dabei, das mich überrascht hätte. Die Fehler waren offensichtlich."

"Die Jungs reinschmeißen"

Deshalb wird gerade in den Trainings häufig mit dem Ball gearbeitet. "Wenn man die Jungs frei Fußballspielen lässt, sieht man, was sie in ihrem ureigensten Instinkt kennen. Was jemand kann, erkennt man, wenn man es nicht mit hunderten Vorgaben versieht", schilderte der Wiener seine Trainingsansätze. "Wir versuchen, einen Weg zu gehen, der schon öfter verlangt wurde, jetzt ziehen wir ihn durch. Wir müssen die Jungen reinschmeißen. Ich werde die Geduld haben." 

Für die "Jungen Wilden" am Verteilerkreis gibt es wertvolle Tipps, die nahezu aufgesogen werden. "Einem, der Köln und Dortmund trainiert hat, wird mehr zugehört als einem, der die Vienna und den GAK trainiert hat, obwohl er denselben Zugang hat. Du musst etwas erreichen, dass man dir zuhört. Ganz gerecht ist das nicht", so Stöger. 

Zugehört wird auch seinen Assistenten Gerhard Fellner und Jochen Fallmann, die mit Bedacht ausgesucht wurden. "Jeder soll seine Stärken einbringen. Wir haben mit Violets-Coach Harald Suchard vier Pro-Lizenz-Trainer für zwei Vereine. Das hat sonst wohl keiner in der Liga."