Mitten in Floridsdorf bot sich am Montag ein seltenes Naturschauspiel. Auf mehreren Hausdächern bei der Louis-Häfliger-Gasse saßen zahlreiche Störche und legten eine ausgiebige Pause ein. Leserreporter Heribert zückte sofort sein Handy und hielt den außergewöhnlichen Moment fest. "Ein ungewöhnlicher Anblick", erzählt der Wiener im "Heute"-Talk. Tatsächlich verirren sich die imposanten Zugvögel nicht zufällig in die Bundeshauptstadt.
Von Mitte bis Ende August sammeln sich Jung- und Altstörche in großen Gruppen, bevor sie ihre rund 10.000 Kilometer lange Reise nach Afrika antreten. Vor dem Abflug legen die Tiere immer wieder Zwischenstopps ein, um ihre Energiereserven aufzufüllen.
Felder, Wiesen und naturnahe Gewässer am Wiener Stadtrand bieten dafür ideale Bedingungen. Dort finden die Vögel reichlich Mäuse, Insekten, Frösche und Regenwürmer, mit denen sie sich Fettreserven für den langen Flug anfressen.
Störche sind äußerst gesellige Zugvögel. Kurz vor dem Abflug schließen sie sich zu größeren Trupps zusammen. Das gemeinsame Fliegen in der Thermik spart Energie und macht die lange Reise sicherer.
Viele der Tiere stammen aus den großen Brutkolonien im WWF-Auenreservat Marchegg oder aus dem Burgenland. Auch Störche aus Skandinavien und Osteuropa, die über die sogenannte Ostroute nach Süden ziehen, legen im Wiener Becken regelmäßig eine Rast ein.
Für Spaziergänger in Floridsdorf war der Besuch der majestätischen Vögel jedenfalls ein besonderer Anblick – und vielleicht schon ein kleiner Vorbote dafür, dass sich der Sommer langsam dem Ende zuneigt.