Das Innenministerium vervielfältigte laut eigenen Angaben den Datensatz und informierte "umgehend" die zuständigen Staatsbürgerschaftsbehörden. Diese sind in den jeweiligen Landesregierungen angesiedelt.
"Die vollständigen Daten werden allen Ländern übermittelt, damit diese in ihrem Verantwortungsbereich die entsprechenden Feststellungen treffen können", sagte Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck.
FPÖ-Chef HC Strache informierte die Öffentlichkeit diesbezüglich in einer eigens angesetzten Pressekonferenz am Donnerstag. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) habe den Erhalt des Datenträgers ebenso bestätigt.
Inwiefern die Daten tatsächlich auf Doppelstaatsbürgerschaften hinweisen, ist derzeit noch offen. Auch woher die Namenslisten stammen, ist unklar. Der FPÖ-Obmann drängt auf einen runden Tisch aller für Staatsbürgerschaften zuständigen Landesräte und erneuerte die Forderungen nach einer Taskforce.
Zudem müsse darüber nachgedacht werden, ob Staatsbürgerschaftsrecht Bundesangelegenheit werden soll um "Scheinstaatsbürger" zu verhindern. Die Regierung habe in den vergangenen Jahren dem radikalen Islam in Österreich den "roten Teppich ausgerollt", kritisierte Strache. In der Pflicht sieht er auch Integrationsminister Sebastian Kurz. (mle)