Strache lacht über Kern: "Witz des Tages!"

Strache fand Kerns Rede lächerlich.
Strache fand Kerns Rede lächerlich.Bild: picturedesk.com
Der Bundeskanzler mahnte vor dem Nationalrat "konstruktive Politik" ein - FPÖ-Chef machte sich darüber lustig, verwies auf den Fall Silberstein.
Knapp acht Minuten lang sprach Christian Kern über Zusammenhalt in der Politik. Man stehe nach der Wahl vor großen Aufgaben, die sich nur gemeinsam lösen lassen würden.

Auch das vielerwähnte "Dirty Campaigning" bekam erneute Aufmerksamkeit. So meinte der SPÖ-Chef: "Wer weiter Misstrauen schürt, hat seine Lektion nicht gelernt." Es brauche eine inhaltliche Substanz. Das Land solle geeint und nicht gespalten werden.

Strache weint Faymann nach

Den anderen Parteien gefiel die Rede des (Noch-)Bundeskanzlers gar nicht. Allen voran Heinz-Christian Strache machte sich über den Auftritt von Kern lustig. "Das war fast Kabarett, das war skurril, das war eigentlich der Witz des Tages", war seine Meinung über den Vortrag des SPÖ-Spitzenkandidaten.

Kern sei nämlich derjenige, der Fake-Facebook-Seiten auf Kosten des Steuerzahlers anfertigen ließ. Der FPÖ-Parteiobmann wurde kurz sogar sentimental: "Heute muss man fast schon dem Werner Faymann ein paar Tränen nachweinen."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Kern für "Dirty Campaigning" verantwortlich

Auch die Volkspartei schoss anschließend gegen den Bundeskanzler: Eine Wahlveranstaltung wäre am Viktor-Adler-Markt angebracht, nicht aber im Nationalrat.

Außerdem solle der Bundeskanzler erst "vor seiner eigenen Tür kehren". Denn schließlich sei Kern allein für das "Dirty Campaigning" verantwortlich gewesen. Er habe den "schmutzigsten Wahlkampfmanager weltweit" beauftragt.

Strolz froh über Ende des Wahlkampfes

Sogar die Grünen zeigten wenig Verständnis für die Rede: Grünen-Klubchef Albert Steinhauser meinte, dass der Bundeskanzler sein Recht, jederzeit eine Erklärung im Nationalrat abzugeben, für den Wahlkampf missbraucht habe

NEOS-Spitzenkandidat Matthias Strolz trat unterdessen ruhiger auf. Er sei einfach froh, dass der Wahlkampf endlich vorbei sei, da Österreich schön langsam genug hätte.

Kanzlerloser Nationalrat

Nachdem sich die Mandatare über Kerns Vortrag ärgerten, sorgte der Bundeskanzler kurz darauf erneut für Aufregung: Er war plötzlich gar nicht mehr da.

Die SPÖ meinte, dass Kern durch Muna Duzdar ordentlich vertreten sei - die vier anderen Fraktionen akzeptierten das jedoch nicht: Die Mandatare sprangen auf, um den Kanzler zur Debatte zurück zu holen. Vorerst vergeblich, denn der Kanzler durfte fernbleiben, da die Debatte zur Kern-Erklärung für die Aussprache zur „Dringlichen Anfrage" unterbrochen wurde.

Gesetze sollen durchgebracht werden

Am Donnerstag tagt der Nationalrat zum letzten Mal. Es wird erwartet, dass die Sitzung bis nach Mitternach andauern wird.

Auf der Tagesordnung stehen Umweltdebatten, das Volksbegehren zu CETA, der Ausbau der Kinderbetreuung und die Angleichung der Arbeiter und Angestellten. SPÖ, FPÖ und Grüne wollen zum Abschluss noch Gesetze durchboxen - auch wenn sich die ÖVP momentan dagegen stellt. (slo)

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