HC Strache macht sich mit nur zwei Worten zum Gespött

HC Strache bei einem Auftritt bei einer Pegida-Versammlung in Deutschland, 17. Oktober 2021.
HC Strache bei einem Auftritt bei einer Pegida-Versammlung in Deutschland, 17. Oktober 2021.Matthias Rietschel / dpa / picturedesk.com
Heinz-Christian Strache sorgt mit einer spät nächtens abgesetzten Twitter-Meldung für Aufregung und muss nun dafür heftige Kritik einstecken.

Seit seinem Rückzug aus der FPÖ und der geschlagenen Wien-Wahl ist es still geworden um THC-Chef Heinz-Christian Strache, öffentliche Auftritte sind rar. Auf Facebook und Twitter ist der gefallene Freiheitliche aber weiterhin sehr aktiv und rührt schon kräftig die Werbetrommeln für seine Version – für Strache war es ein "Attentat" – der Ibiza-Affäre, die Ende November in Buchform erscheinen soll.

Gleichzeitig verspricht er, weiter für seine Anhänger kämpfen zu wollen. Doch sein jüngster Versuch, seine impfkritischen Fans bis zur nächsten Wahl bei der Stange zu halten, ging allerdings gehörig nach hinten los. Und das, obwohl Strache "ohne Worte" blieb.

Strache wettert gegen Impfung

Kurz vor Ende der Geisterstunde hatte Strache einen Tweet samt Grafik abgesetzt, die einen Vergleich zwischen der Impfquote am 5. November 2021 und dem selben Datum vor einem Jahr mit der aktuellen 7-Tages-Inzidenz zog. Letztere wird darin trotz Impfquote von knapp 70 Prozent sogar höher als 2020, wo es zu diesem Zeitpunkt keine zugelassenen Impfstoffe gab, ausgewiesen.

Der Tenor zwischen den Zeilen: die Impfung wirkt nicht – eine These, die zwar bereits unzählige Male widerlegt wurde, sich im Aluhut-Eck aber weiterhin hartnäckig hält.

Äpfel und Birnen

Ein krasser Äpfel-Birnen-Vergleich. Weder wird die erhöhte Aggressivität der Delta-Variant gegenüber dem damals vorherrschenden Virus-Typ berücksichtigt, noch die Inzidenz zu den Belagszahlen der Spitäler – diese sind in Österreich durch die Impfung derzeit trotz Explosion der Neuinfektionen noch immer signifikant niedriger! – in Kontext gesetzt.

Willkürlich zwei Tage mit dem selben Datum zu vergleichen, ist ebenso wenig sinnvoll. Da so eine eventuelle Verschiebung beim Beginn der Wellen um einen geringen Zeitraum völlig ignoriert wird.

Dazu kommt noch, dass erst auf den zweiten Klick erkennbar wird, dass die von Strache geteilten Zahlen nicht aus Österreich stammen – hierzulande hat laut AGES erst 66,93 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Ebenso nicht sofort ersichtlich ist, dass die Grafik aus dem rechten Eck des AfD-nahen "Deutschland-Kurier" stammt. In der Vorschau sind beide Informationen nämlich abgeschnitten. Ob Zufall oder Absicht, darüber kann nur spekuliert werden.

Shitstorm tobt

Indem Strache die Grafik seinen Fans einfach kommentarlos ("Ohne Worte!") hinknallte, zog er sich gleich direkt aus der Affäre, irgendwas dazu erklären, oder sich rechtfertigen zu müssen.

Trotzdem muss er nun heftig einstecken: "Bist du so schlecht informiert, oder willst du Blödsinn verbreiten? Gefährliches Halbwissen hat einen Namen: HC! Herrje!", reagiert ein User. Eine zweite Kommentatorin legt nach: "Tut das eigentlich weh?"

"Sie haben es echt noch immer nicht kapiert? Bitte spenden Sie Ihren PC von dem Sie tweeten. Das hätte mehr Sinn!", ist da weiter zu lesen. Und: "Manchmal, wenn man ohne Worte ist, sollte man es dabei belassen." 

Nur sehr wenige stemmen sich dem Shitstorm entgegen und verteidigen Strache. Einer davon, ist dessen eigene politische rechte Hand, THC-Generalsekretär Christian Höbart. "Irgendein Twitter-Infektiologe wird es sicher bestimmt gut erklären können. Hab ein paar Vorschläge: Armin Wolf, Isabelle Daniel...", ventiliert Höbart dazu. Gegen den Sturm an Spott-Kommentaren kommt er damit aber nicht an.

Apropos Armin Wolf. Der ORF-Star hatte tatsächlich heute auch etwas zur Wirksamkeit der Impfung zu sagen:

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