Im dritten Teil der Ö3-Sommergesprache in „Frühstück bei mir" lud am Sonntag Bundesparteiobmann und Spitzenkandidat der FPÖ Heinz-Christian Strache in seinen Nebenwohnsitz - eine Wohnung mit Garten bei Klosterneuburg.
Dem Dreikampf mit Christian Kern (SPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP) und der Frage, ob diese als Wahlkampf-Neulinge mehr wirken könnten, sieht er gelassen entgegen: „Beide, sowohl Kern als auch Kurz sind neue Gesichter, aber sie haben sich noch keiner Wahl gestellt. Es kommt nicht auf Modecontests in Slimfit-Anzügen an. Qualität altert nicht, das ist der entscheidende Punkt."
Strache sieht sich als Mick Jagger
Der FPÖ-Parteichef, der diesmal bereits zum vierten Mal zur Nationalrats-Wahl antritt, meinte selbstbewusst: „Ich vergleiche es immer auch mit Mick Jagger – er ist ein ewig jung Gebliebener, der bis heute auf den Tourneen extrem erfolgreich ist. Ich sage mit 48 Jahren: Ich komme überhaupt erst ins politisch beste Alter."
Die neue Brille
Zwischen Bücherregalen und moderner Kunst in seiner Wochenend-Wohnung sprach Strache auch über seinen neuen Look mit Brille – von vielen als bewusste Veränderung eines bekannten Gesichtes für den Wahlkampf interpretiert. Der 48-Jährige im Gespräch mit Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl: „Nein, es sind keine ‚Fake-Glasses', das wäre völlig absurd. Ich habe offenbar nicht die beste Sehschärfe gehabt, wollte es aber nicht wahr haben. Dann war ich beim Optiker, der hat festgestellt: Ich habe 2,5 Dioptrien und drei Dioptrien – Astigmatismus, Hornhautverkrümmung und er hat gesagt: ‚Das ist unglaublich, Sie brauchen eine Brille, das ist eine unglaubliche Sehschwäche, eine Behinderung.' Deshalb habe ich dann diese Brille gekauft. Eine Lebensqualitätssteigerung."
Das alte Laster
Auch sonst habe ihm sein Körper in letzter Zeit zu schaffen gemacht: „Ich habe ein Laster, ich rauche wieder", so Strache. „Ich habe geschafft für vier Monate damit aufzuhören, habe aber leider zehn Kilo zugenommen. Es hat jetzt lange gebraucht, dass ich wieder zurück auf 85 Kilo – fast mein Ausgangsgewicht vor der Rauchpause – gekommen bin." Sollte sich in diesem Sommer noch eine Woche Urlaub ausgehen, dann will Strache mit seiner Frau Philippa wieder nach Ibiza fliegen.
Straches „Kraftort Ibiza"
Die Darstellungen, er würde dort Party-Urlaub machen, weist er allerdings im Ö3-„Sommergespräch" zurück: „Für mich ist Ibiza ein Kraft-Ort, wo ich mich mit meinen Kindern und meiner Frau zurückziehen kann. Wenn das immer wieder versucht wird so darzustellen als würde ich nur Party machen, ist das falsch. Interessanterweise hört man auch nicht, dass Sebastian Kurz fast jedes Wochenende im Volksgarten zugegen ist und dort Party macht, das wird nicht thematisiert."
„Ich wünsche mir noch Kinder und Familie"
Seit Oktober letzten Jahres ist Strache mit seiner zweiten Frau Philippa verheiratet: „Ich wünsche mir noch Kinder und Familie", so der FPÖ-Chef, „aber wir sind beide in einer beruflichen Verantwortung, die wir lieben und schätzen. Meine Frau zögert noch, das Leben schon jetzt umzustellen." Auch eine kirchliche Hochzeit ist noch geplant, den genauen Zeitpunkt will Strache allerdings geheim halten. Die 29jährige arbeitet bei FPÖ-TV und in Straches Social-Media Team.
Seine berufliche Zukunft sieht der FPÖ-Obmann weiter in der Politik: „Sollte die FPÖ wieder nicht in die Regierung kommen, dann muss man das auch in der Verantwortung zur Kenntnis nehmen, eine gute Oppositionspolitik zu machen."
(GP)