Strache-Verdächtiger will Zeugen verklagen

 Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) während einer Pressekonferenz am 18.Mai 2019.
Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) während einer Pressekonferenz am 18.Mai 2019.Bild: picturedesk.com
Der möglicherweise versuchte Autobomben-Anschlag auf HC Strache sei nichts weiter als eine "Retourkutsche" der Polizei, meint der Anwalt des Verdächtigen.
"Völliger Schwachsinn", sagt Anwalt Wolfgang Blaschitz zu dem möglicherweise geplanten Strache-Attentat. Er verteidigte jenen Mann, der beschuldigt wurde, eine Autobombe unter HC Straches Auto montieren zu wollen.

Der Verdacht hat sich nicht erhärtet, der Mann - der wegen Drogendelikten in Haft war - ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Klage angekündigt



Was ist eigentlich ein V-Mann?
Im Grunde jemand, der Geheimdienste, Polizei und andere Behörden mit Informationen versorgt. Ein V-Mann arbeitet verdeckt, Dritte wissen also nicht, dass er für eine Behörde tätig ist.
Im Unterschied zu einem Informanten arbeitet ein V-Mann (Vertrauensperson) aber planmäßig und dauerhaft für die Behörde.
Im Unterschied zu einem verdeckten Ermittler ist ein V-Mann kein Polizeibeamter oder Angehöriger eines Geheimdienstes, sondern eine Privatperson.
Der Belastete kündigt nach Publikwerden der Ermittlungen gegen ihn eine Verleumdungsanzeige an. Der Verdacht, er habe einen Anschlag auf den Vizekanzler in Auftrag geben wollen, sei nur deshalb zustande gekommen, weil ein V-Mann (was das ist, lesen Sie in der Info-Box) ihn schwer belastete.

CommentCreated with Sketch.7 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der Verdächtige habe den V-Mann dazu anstiften wollen, an Straches Auto eine Bombe zu montieren und dafür 100.000 Euro geboten. Das wäre versuchte Bestimmung zu Mord.

Anwalt Wolfgang Blaschitz
Anwalt Wolfgang Blaschitz

"Eine Retourkutsche"



"Da ist nichts dran", sagt Blaschitz zur "APA". Sein Mandant würde den V-Mann seit längerem aus dem Suchtgiftmilieu kennen, beide seien "im kleinkriminellen Bereich" tätig gewesen.

Die Behauptungen des Belastungszeugen seien aber falsch, laut Blaschitz sei der Zeuge selbst wegen Verleumdung vorbestraft. Auch meint Blaschitz, dass es sich dabei "um eine Retourkutsche" handle. Der Zeuge habe den nun Belasteten öfter nach Geld gefragt und keines bekommen.

Nicht erhärtet



Der Verdacht gegen den Mann habe sich "derzeit nicht erhärtet", stellte aber schon die Staatsanwaltschaft Wien fest. Bis 29. Mai saß der Mann wegen Suchtgiftdelikten und illegalem Waffenbesitz in der Justizanstalt Hirtenberg, seitdem ist er auf freiem Fuß.

Das Ermittlungsverfahren rund um den Strache-Anschlag ist derweil noch nicht abgeschlossen. Am Ende wird es einen Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft geben - ob also überhaupt Anklage erhoben wird, ist noch nicht klar. Verteidiger Blaschitz ist zuversichtlich, dass das Verfahren eingestellt wird. (csc)

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