Dem Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, wird in der Affäre um einen Callgirl-Ring vermutlich der Prozess gemacht. Er soll laut der Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" vor ein Strafgericht gestellt werden. Bei den Vorwürfen geht es um Sex-Partys mit Prostituierten, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen.
Dem Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, wird in der Affäre um einen Callgirl-Ring vermutlich der Prozess gemacht. Er soll laut der Staatsanwaltschaft im nordfranzösischen Lille wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" vor ein Strafgericht gestellt werden. Bei den Vorwürfen geht es um Sex-Partys mit Prostituierten, an denen neben Strauss-Kahn auch ranghohe Polizisten und Geschäftsmänner teilnahmen.
Einst war Dominique Strauss-Kahn der Hoffnungsträger der französischen Sozialisten, in den letzten Jahren hat er nur mehr mit Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. Nun wurde er wegen "gemeinschaftlicher Zuhälterei" angeklagt. Konkret geht es um wilde Sex-Partys, auf denen er mit ranghohen Polizisten und Geschäftsmännern feierte.
"Nicht gewusst, dass es Prostituierte waren"
Strauss-Kahn bestreitet nicht, an den Sex-Partys in Luxushotels in den Jahren 2009, 2010 und 2011 teilgenommen zu haben. Der frühere IWF-Chef will aber nicht gewusst haben, dass es sich bei den Frauen um Prostituierte handelte.
Neben Strauss-Kahn soll zwölf weiteren Verdächtigen der Prozess wegen "schwerer gemeinschaftlicher Zuhälterei" gemacht werden. Ein weiterer Beschuldigter soll sich wegen Beihilfe zum Betrug und Vertrauensmissbrauchs verantworten. Ursprünglich lief das Ermittlungsverfahren gegen Strauss-Kahn und andere Beschuldigte wegen "bandenmäßiger Zuhälterei", was als Straftatbestand schwerer wiegt als die "schwere gemeinschaftliche Zuhälterei".
Nicht genug belastendes Material
Gegen Strauss-Kahn war in der nach einem Luxushotel in Lille benannten Carlton-Affäre Ende März 2012 ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Mitte Juni diesen Jahres konnte der 64-Jährige einen juristischen Erfolg verbuchen: Die Staatsanwaltschaft von Lille beantragte eine Einstellung des Verfahrens gegen den einstigen Hoffnungsträger der französischen Sozialisten. Gegen Strauss-Kahn liege nicht genug belastendes Material vor, erklärte die Behörde.
Die ermittelnden Untersuchungsrichter sahen dies aber offenbar anders und erhoben jetzt Anklage. Die Staatsanwaltschaft könnte noch Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen, Strauss-Kahn vor ein Strafgericht zu stellen. Am Freitag teilte die Behörde zunächst nicht mit, ob sie das vorhat.
Strauss-Kahns Anwalt Richard Malka sagte in einer ersten Reaktion, er und sein Mandat sähen einem Strafprozess "gelassen" entgegen. Dieser werde zeigen, dass die Zuhälterei-Vorwürfe "absurd und widersinnig" seien.