Welt

Strauss-Kahn in die Flucht geschlagen

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:32

Dominique Strauss-Kahn bekam am Freitagabend im englischen Cambridge nach einem Auftritt an der Universität den Zorn der Studenten zu spüren. Die aufgebrachte Menge protestierte lautstark gegen den ehemaligen IWF-Chef, der nach Vergewaltigungsvorwürfen zurückgetreten war. Der Franzose musste in einem Polizeiauto flüchten.


So schnell wird Dominique Strauss-Kahn wohl nicht mehr nach Cambridge zurückkehren. Schon vor seinem Auftritt an der dortigen Universität hatte es Proteste geben. Diese fanden nach dem absolvierten Besuch des Ex-IWF-Chefs ihren Höhepunkt. 150 Studenten protestierten mit Transparenten und Slogans lautstark gegen die Einladung Strauss-Kahns.
Mehrere Teilnehmer versuchten, die Absperrungen der Polizei zu überwinden und den Wagen mit Gegenständen zu bewerfen. Strauss-Kahn flüchtete vor den wütenden Demonstranten. Er düste in einem Polizei-Wagen davon.
"Schäm dich!", "DSK, hau ab!"

Wütende Studenten riefen "DSK, hau ab!" und "Schäm dich!" vor dem Ort der Veranstaltung, bei der Strauss-Kahn über die Weltwirtschaft sprach. "Vergewaltigungsopfer bekommen dieses Forum nicht", stand auf einem der Spruchbänder. Der 62-jährige Franzose sei bereits mehrfach beschuldigt worden, Frauen belästigt zu haben, sagte der Student Jamie Gibson. Ihn einzuladen, sei "geschmacklos", ergänzte er.
Das sieht auch eine andere Studentin so: "Ich denke, er hätte nicht hierher eingeladen werden dürfen, um vor Studenten zu sprechen", meinte der Student Morgan Wild (23) gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Offenbar sei dies ein Teil einer PR-Kampagne, um seine Reputation wieder herzustellen. "Und wir sollten dabei für dumm verkauft werden", empörte sich Wild.
Zivilverfahren läuft noch

Strauss-Kahn war im vergangenen Jahr als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung eines Hotel-Zimmermädchens in New York festgenommen worden war. Ein Strafverfahren stellte die US-Justiz im August ein, da Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufgekommen waren. Ein zivilrechtliches Verfahren läuft aber noch.

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