Streit um Anti-Baby-Pille in EU entbrannt

Bild: Ceridwen/Wikipedia

Wegen der erhöhten Gefahr von Nebenwirkungen soll die EU nach dem Willen der französischen Regierung die Verschreibung von Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation einschränken.

Die Europäische Union müsse die Zulassungen dieser Verhütungsmittel "restriktiver" gestalten, forderte Gesundheitsministerin Marisol Touraine am Freitag in Paris. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) sieht dafür keinen Grund. Für Frankreich kündigte die Ministerin eine Regelung an, damit die Präparate seltener verschrieben werden, bei denen im Vergleich zu Pillen der zweiten Generation ein erhöhtes Thrombose-Risiko und damit ein höheres Schlaganfall-Risiko besteht.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) in London erklärte hingegen am Freitag, es gebe für Nutzerinnen der Pillen der dritten und vierten Generation "überhaupt keinen Grund", die Pille abzusetzen. Es existierten "keine neuen Beweise" für ein verändertes "Sicherheitsprofil" der Verhütungsmittel.

Junge Frau seit Einnahme schwerbehindert

In Frankreich wird seit Wochen über die Gefährlichkeit von Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation debattiert. Die Diskussion wurde unter anderem durch die Mitte Dezember eingereichte Klage einer jungen Frau gegen den deutschen Pharma-Konzern Bayer angeheizt.

Die junge Frau, welche die Bayer-Pille Meliane einnahm, erlitt 2006 einen Schlaganfall und ist seitdem schwerbehindert. In Frankreich nehmen derzeit rund 2,5 Millionen Frauen Pillen der dritten oder vierten Generation, das ist etwa die Hälfte der Frauen, welche zu oralen Kontrazeptiva greifen.

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