Er war jahrzehntelang die rechte Hand von Formel-1-Legende Niki Lauda (†70): engster Berater, Anwalt, Vertrauter. Jetzt tritt Haig Asenbauer öffentlich auf, um den Ruf des verstorbenen Weltmeisters zu verteidigen.
Lauda starb 2019 an den Folgen seiner Lungentransplantation. Seitdem verwaltet Asenbauer gemeinsam mit weiteren engen Vertrauten das geschätzte Vermögen von über 100 Millionen Euro in einer Privatstiftung. Doch der Nachlass des Rennfahrers sorgt seit fast sechs Jahren für Streit in der Familie. "Ich nenne es mal posthume Ehrenbeleidigung, die hier seit fast sechs Jahren passiert", so Asenbauer gegenüber der "Bild"-Zeitung.
Niki Lauda war zweimal verheiratet und hinterließ vier Kinder. Seinen Nachlass hatte er detailliert geregelt. Bereits ein Jahr nach seinem Tod begann seine zweite Ehefrau Birgit (46), gegen die getroffenen Erbschafts- und Stiftungsregelungen zu klagen. Zu den vorgesehenen Leistungen zählen unter anderem zwei Luxushäuser, ein Fuhrpark, Urlaubsaufenthalte, Schulgelder und ein monatlicher fünfstelliger Betrag. Mit dieser Klage begann der langwierige Erbschaftsstreit, der seitdem die Wiener Gerichte beschäftigt.
Bisher äußerte sich die Gegenseite kaum, doch nun meldet sich Laudas Anwalt Asenbauer erstmals öffentlich zu Wort: "Meine Hauptmotivation ist es, Dinge richtigzustellen, die in Wahrheit die Ehre von Niki verletzen."
In Laudas letztem Willen, festgehalten in der Stiftungsurkunde (zuletzt 2014 aktualisiert), sind sowohl seine beiden Ehefrauen – Marlene Knaus (76) und Birgit Lauda – als auch seine vier Kinder als Begünstigte vorgesehen. Aus der ersten Ehe stammen die Söhne Lukas (46) und Mathias (44), aus der zweiten Ehe die Zwillinge Mia und Max (16).
Der Anwalt betont: "Bedauerlicherweise müssen wir als Stiftungsvorstände feststellen, dass ausgehend von den Klagen, die Birgit Sieberer Lauda gegen die Privatstiftung Lauda und ihre Tochtergesellschaft eingebracht hat, absurdeste Behauptungen über Niki Lauda kursieren, die er in keinster Weise verdient hat. Da Niki selbst dazu nichts mehr sagen kann, ist es unsere Aufgabe, einiges klarzustellen."
So wird unter anderem behauptet, Niki Lauda habe seine Kinder Mia und Max "vergessen" oder "übergangen". Asenbauer stellt klar: "Tatsächlich hat Niki Lauda verfügt, dass Mia und Max mehr vom Stiftungsvermögen erhalten sollen als alle anderen Familienmitglieder."
In den vergangenen sechs Jahren hat die Stiftung bereits über 30 Millionen Euro in Geld- und Sachleistungen an die Familienmitglieder ausgeschüttet, davon die Hälfte an Birgit Lauda und ihre Kinder. "Es gibt wohl nur wenige Stiftungen in Österreich, die derartig hohe Beträge auszahlen", so Haig Asenbauer zu der deutschen Zeitung.
Die juristischen Verfahren laufen weiter. Zwei Klagen über insgesamt rund 30 Millionen Euro sind derzeit in der ersten Instanz behandelt worden. "In einem ist ein Urteil ergangen, mit dem Birgits Klage zur Gänze abgewiesen wurde." Gegen dieses Urteil ist Berufung eingelegt. "Im anderen Verfahren ist das Beweisverfahren abgeschlossen und wird das Urteil in den kommenden Wochen erwartet", offenbart der Lauda-Anwalt.
Asenbauer kritisiert zudem, dass Birgit Laudas Klagen wirtschaftlich letztlich ihren eigenen Kindern schaden könnten: "Jeder Betrag, den SIE möglicherweise gewinnen und damit der Stiftung entziehen würde, würde das Vermögen reduzieren, das ihren Kindern heute dient und auch noch in den kommenden Jahrzehnten dienen soll. Was Birgit tut, ist schwer schädigend für ihre eigenen Kinder."