Nach einem Jahr Pause feiert die Metastadt in Wien-Donaustadt ihr Comeback als Open-Air-Location. Von Mitte Juli bis Mitte August sind acht Konzertabende geplant – mit internationalen und heimischen Acts unterschiedlichster Genres.
Die Bandbreite reicht vom umstrittenen US-Rocker Marilyn Manson samt dem Death-Pop-Duo Vowws (21.7.) über den Austro-Rapper Bibiza (24.7.) und den österreichischen Musiker Josh mit Rian und Caro Fux (26.7.), bis hin zu Michael Patrick Kelly (31.7.), den deutschen Rapper Haftbefehl (1.8.), Wincent Weiss und Lina (6.8.), Berq (7.8.) und die Deftones (16.8.).
Austragungsort ist das historische Fabriksareal in Stadlau, das mit seinen renovierten Backsteinbauten ein besonderes Ambiente bietet. Im Vorjahr blieb es dort allerdings still. Offiziell erklärte Veranstalter Arcadia Live im Mai 2025, man nehme sich "um das Projekt zu evaluieren" eine Auszeit.
Hintergrund waren jedoch auch Lärmbeschwerden von Anrainern sowie Diskussionen um frühere Sperrstunden. Der Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) hatte sich klar für ein Ende der Konzerte um 22 Uhr ausgesprochen.
Damals erklärte er: "Ich habe nach meinen Gesprächen mit der Stadt nun die definitive Zusage erhalten, dass es keine Sperrstunden-Verlängerung nach 22 Uhr geben wird." Arcadia Live warnte hingegen vor massiven Folgen und sprach von einem möglichen "Fiasko". Internationale Acts seien ohne Dunkelheit für Lichtshows schwer zu gewinnen.
Für den Konzertsommer 2026 ist die Debatte nun erneut entbrannt, wie der "Standard" berichtet. Arcadia Live für die Konzerte von Marilyn Manson, Bibiza, Haftbefehl und Deftones eine Verlängerung bis 23 Uhr beantragt. Bei den übrigen Terminen soll um 22 Uhr Schluss sein.
Ob die Konzerte bis 23 Uhr genehmigt werden, soll noch im April entschieden werden. Derzeit läuft ein Bewilligungsverfahren bei der MA 36 (Gewerbetechnik, Feuerpolizei und Veranstaltungen), in diesem haben auch die Landespolizeidirektion Wien und Bezirksvorsteher Nevrivy Mitwirkungs- und Anhörungsrechte.
Nevrivy selbst lehnt eine Verlängerung bis 23 Uhr ab: "Der Bezirk wird auch weiter dabei bleiben, dass wir keiner Sperrstundenverlängerung zustimmen. Wir gehen davon aus, dass die Stadt die Wünsche des Bezirkes berücksichtigt. Mir sind die Interessen der Bürger jedenfalls wichtiger als die der Konzertveranstalter", meint er zum "Standard".
Mit bis zu 8.100 Besuchern schließt die Metastadt eine Lücke in Wiens Open-Air-Konzertlandschaft. Sie bietet deutlich mehr Kapazität als etwa die Arena im dritten Bezirk, die rund 3.000 Plätze fasst. Arcadia Live sieht großes Potenzial und geht davon aus, dass die Metastadt "für zumindest die nächsten zehn Jahre eine fix etablierte Open-Air-Location" bleiben werde. Zur aktuellen Sperrstunden-Debatte wollte sich der Veranstalter jedoch laut "Standard" nicht äußern.