Stress im Gemeindebau: Mieterin geht auf Müllsünder los

Eine Bewohnerin des Theodor-Körner-Hofs ertappt ihren Nachbarn bei der illegalen Müllentsorgung.
Eine Bewohnerin des Theodor-Körner-Hofs ertappt ihren Nachbarn bei der illegalen Müllentsorgung."Heute"
Vermüllung und eine zunehmende Rattenplage strapazieren die Nerven der Anrainer. Unser Video-Team war an Ort und Stelle, als die Lage eskalierte.

Wie "Heute" berichtete, klagen Mieter des Gemeindebaus in Wien-Margareten über enorme Müll-Probleme. Die Leser-Fotos von aufgeplatzten Mistsäcken und alten Möbeln im Innenhof machen sprachlos. 

"Wir haben ein riesengroßes Problem wegen einigen Mitbewohnern. Es gibt hier zehn Mülltonnen, aber manche Leute schmeißen ihren Mist einfach auf die Seite", erklärt Anrainer Hassan (40) im "Heute"-Talk. Wenige Augenblicke später liefert ein dreister Müllsünder den Beweis, als er seinen kaputten Stuhl mitten in der Gemeindebauanlage loswerden möchte. Da stürmt Bewohnerin Traude (70) wutentbrannt auf ihn zu: "Im zehnten Bezirk (Mistplatz Favoriten) können Sie ihn kostenfrei abgeben."

Mehr lesen: Rattenplage: Wiener gehen in Gemeindebau im Müll unter

"Das gibt es ja nicht, am helllichten Tag. Wir könnten mittlerweile eine ganze Wohnung einrichten mit alldem, was hier schon gestanden ist", macht die Seniorin ihrem Ärger Luft. Im Bereich der Container stapelt sich laut Hassan täglich Sperrmüll. "Spiegel, Sessel, Sofas und elektronische Geräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler werden hier einfach abgestellt", klagt der 40-Jährige.

Ratten- und Taubenpopulation wächst

Die herumliegenden Essensreste haben in der Gemeindebauanlage für einen mächtigen Zuwachs an Schädlingen gesorgt. Bewohnerin Silvia (56) meldet sich zu Wort: "Wir haben Ratten und Tauben en masse. Das fängt ja schon an, dass zum Beispiel Schalen von Sonnenblumenkerne einfach auf den Gehweg gespuckt werden, was die Tiere natürlich anzieht."

Hassan hält Müllstirler für verantwortlich: "Die machen die Mülltüren in der Nacht auf, suchen nach Essbaren und lassen den Müll am Boden liegen."

Leserreporterin Martina (55) deckte die Missstände auf und schildert die jüngsten Vorfälle: "Am Wochenende sind zwei Ratten am Spielplatz vor den Augen von Kindern gestorben. Das ist sicher sehr traumatisierend für die Kleinen."

Beschwerdeführer nennen Lösungsvorschläge

Die 55-jährige Aufdeckerin wünscht sich mehr Gemeinschaftsdenken: "Wir sind ja keine Unmenschen, ich will nicht dauernd schimpfen und plärren und ein Querulant sein. Ich habe oft angeboten gemeinsam Entsorgungen am Mistplatz mit dem Auto zu machen." Konkret fordert sie, dass ein Tor in der Anlage errichtet wird, damit hausfremde Müllsünder ferngehalten werden.

Traude meldet die Vorfälle umgehend bei der Hausverwaltung: "Meistens sehe ich die Leute nicht, sonst rufe ich bei Wiener Wohnen an, damit die für die Entsorgung zahlen müssen. Man kann diese Leute nur über Geldstrafen in die Schranken weisen, anders kriegt man sie nicht in den Griff."

Auf Anfrage von "Heute" erklärt ein Wiener-Wohnen-Sprecher: "Es hat sich herausgestellt, dass sich die Entsorgung zum Teil auf einige Standorte konzentriert." Bezüglich des Tauben-Problems appelliert Wiener Wohnen: "Es ist wichtig, dass Tauben nicht gefüttert werden, da Essensreste auch Ratten anlocken können."

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