Ausnahmezustand vorbei

Problem-Bär nach tagelanger Suche in Japan  eingefangen

Nach mehreren Tagen im Ausnahmezustand konnte ein streunender Bär in Utsunomiya eingefangen werden. Die Stadt atmet auf.
Newsdesk Heute
09.06.2026, 14:13
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Nach vier Tagen Ausnahmezustand konnte ein in der japanischen Stadt Utsunomiya umherstreifender Bär eingefangen werden. Das Tier wurde zuvor unter anderem in einem Einkaufszentrum, an einer Universität und auf einem Großmarkt gesichtet. Am Dienstag entdeckte man den Bären schließlich in der Nähe eines Wohnhauses. Jäger, Polizisten und weitere Beamte umstellten das Haus und setzten den Bären mit einem Betäubungspfeil außer Gefecht. Danach wurde das Tier in einen Käfig auf einen Lieferwagen verladen und abtransportiert.

Der Bär hatte die Menschen in Utsunomiya, nördlich von Tokio, tagelang in Angst versetzt. Nach Sichtungen vor einer Volksschule und nahe einer Mittelschule blieben seit Montag alle Schulen in der Stadt geschlossen. Die Bewohner wurden aufgefordert, nicht ins Freie zu gehen. An der Suche beteiligten sich dutzende Jäger und Polizisten, auch Hubschrauber kamen zum Einsatz.

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Die erfolgreiche Aktion sorgte in der Stadt für spürbare Erleichterung, wie japanische Medien berichteten. Der 37-jährige Anstreicher Issei Okabe sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Kind besuche die Volksschule, vor der der Bär gesehen wurde. Als er sein Haus im Fernsehen in den Berichten über das Einfangen des Tiers gesehen habe, sei er erst überrascht und dann "so erleichtert" gewesen.

Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Bären-Sichtungen und -Angriffe in Japan deutlich zu, auch in Städten. Im vergangenen Jahr wurden im Land 13 Menschen von Bären getötet – so viele wie noch nie. Zwischen April 2025 und Ende März dieses Jahres gab es landesweit mehr als 50.000 Bären-Sichtungen – mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2023.

Fachleute führen diesen Anstieg auf eine schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung der ländlichen Gebiete in Japan zurück. Im Vorjahr gab es in Japans Wäldern außerdem wenig Eicheln, weshalb sich die Bären anderswo auf Nahrungssuche machten.

In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär, auch Kragenbär genannt, und der größere Braunbär. Braunbären können bis zu einer halben Tonne wiegen und sind schneller als Menschen. Jedes Jahr werden tausende Tiere abgeschossen.

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