Die Forschung beansprucht normalerweise den Raum der exakten Wissenschaft und dementsprechenden Genauigkeit. So scheint eine Studie zu einem in dem Zusammenhang recht überraschenden Ergebnis zu kommen: Demnach schummeln Forscher weit häufiger als es Studierende tun. Zumindest in einem Studienfach in Wien.
Schlampige Arbeiten und statistische Manipulation
Die Daten, die für die These erhoben wurden, stammen aus dem Umfeld der Universität Wien, der Fakultät für Psychologie. Unter den von 2000 bis 2916 eingereichten Arbeiten im Fachbereich der Wirtschaftspsychologie fand ein Forschungsteam um Jerome Olsen unsaubere Arbeitsweisen, Hinweise auf Daten- und Ergebenismanipulation sowie die Taktik, nicht relevante Studienergebnisse statistisch relevant erscheinen zu lassen.
Die Forscher werten ihr Ergebnis mit der Begründung aus, der Druck, der noch auf den Studenten bei ihren Arbeiten lastet, ein bedeutsames Ergebnis zu erzielen, falle mit der Zeit. „Die Beobachtung, dass Studenten im Vergleich zu Forschern, die publizieren, zwar weniger zum Einsatz von QRPs, (kurz für "questionable research practices" = "fragwürdige Forschungsmethoden") dafür aber häufiger zu Fehlern neigen, verstärkt den Ruf nach einer gründlicheren statistischen und methodologischen Ausbildung", schreiben die Wissenschaftler.