Studentin reist von Wuhan nach Deutschland

Als der Corona-Virus in China ausbrach und die Sicherheitsvorkehrungen sich schnell verschärften, schaffte eine Deutsche die Ausreise.
Die aus Deutschland stammende Franka List war bis vor kurzem Physik-Studentin an einer renommierten chinesischen Universität in Wuhan. Dann brach das Corona-Virus aus und die Lage im Ort verschärfte sich binnen kürzester Zeit.

Gegenüber dem Spiegel berichtet die 21-Jährige von ihren Erlebnissenund wie sie es dennoch geschafft hat, wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Mehr Masken als sonst

Die Semesterferien begannen mit der letzten absolvierten Prüfung am 07.01.2020. Anfang des Jahres wurden bereits die ersten Infektionsfälle in der Bevölkerung Chinas bekannt. Den Markt in Wuhan, wo die Verbreitung begonnen haben soll, kannte die Studentin bis dahin nicht. Zum Jahreswechsel war ihr jedoch bereits aufgefallen, dass noch mehr Menschen eine Maske trugen als sonst. Das war aber nicht ungewöhnlich, denn wegen der schlechten Luftqualität sind Masken dort sehr verbreitet.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Chinas Gesundheitsämter handeln schnell



Als sie Freunde in einem Dorf besuchte, meldete sich das dortige Krankenhaus bei ihr, weil sie wussten, dass sie aus Wuhan angereist war. In China muss man sich bei einem Aufenthalt in einer anderen Provinz bei der Polizei melden. Dann wollte sie bei einem befreundeten Studenten übernachten, durfte jedoch das Schulgelände nicht betreten, wo er lebte. Alternativ beschloss sie, ein Hotel aufzusuchen. Bei der Rezeption wurde ihr Pass verlangt und sie einer Fiebermessung durch Mitarbeiter vom Gesundheitsamt unterzogen. Vier Tage verbrachte sie auf Quarantäne in einem Hotelzimmer und durfte dieses nicht verlassen. Das Vorgehen der Behörden empfand sie als sehr kontrolliert.

Gesundheitsfragen und weitere Fiebermessungen

Anschließend buchte sie einen Flug nach Deutschland. Sie nahm, als sie nicht zum Flughafen durfte, Kontakt zum Amt für Auswärtige Angelegenheiten auf. Schließlich schaffte sie es zum Flughafen und konnte über einen Umstieg in Frankfurt in Deutschland landen. Vor dem Abflug mussten alle Passagiere ein Formular ausfüllen und medizinische Fragen beantworten. Am Flughafen wurde noch einmal Fieber gemessen. Nach der Ankunft in Frankfurt musste sie sechs Stunden auf das Testergebnis beim Gesundheitsamt warten. Wann sie ihr Studium wieder aufnehmen kann, ist derzeit ungewiss. Es wird noch Monate dauern, bis sie wieder zurück nach China reisen wird. Vorerst möchte sie ein Praktikum in Deutschland beginnen.

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