Ein kurzer Moment reichte aus, um die Aufmerksamkeit der Polizei zu wecken: Aus einem Auto im römischen Vorort Casilino zeigte eine 14-Jährige am vergangenen Donnerstag ein international verwendetes Hilfszeichen für Betroffene von Gewalt. Die Beamten verstanden die Geste und schritten ein.
Das Mädchen hatte die Hand nach oben gehalten, den Daumen auf die Handfläche gelegt und anschließend die anderen Finger darüber geschlossen. Als die Polizisten die Jugendliche aus dem Wagen holten, war sie sichtlich geschockt und weinte.
Den Beamten erzählte sie, dass das Fahrzeug dem damaligen Partner ihrer Mutter gehöre. Der 47-Jährige habe den Wagen kurz verlassen, um ein nahe gelegenes Handygeschäft aufzusuchen.
Einer der Beamten kümmerte sich um die 14-Jährige, während sein Kollege zu dem Geschäft ging, um den Mann an einer möglichen Flucht zu hindern. Das Mädchen schilderte, dass der 47-Jährige rumänischer Herkunft ihr zunächst aufdringliche Avancen gemacht und Geschenke in Aussicht gestellt habe. Danach soll er versucht haben, sie sexuell zu missbrauchen.
Beim Verlassen des Geschäfts wurde der Mann von der Polizei gestoppt. Nach Angaben von "Roma Today" war er offensichtlich alkoholisiert. Während der anschließenden Durchsuchung verhielt er sich demnach aggressiv und beschimpfte die Jugendliche. Die Beamten stellten sein Mobiltelefon sicher.
Auch die Mutter der 14-Jährigen ging anschließend zur Polizei und zeigte ihren Partner an. Ihren Angaben zufolge war sie selbst bereits mehrfach von ihm gewalttätig behandelt worden.
Rettungssanitäter übernahmen zunächst die Betreuung des Mädchens. Danach wurde die Jugendliche im geschützten Rahmen von einem Kinderpsychologen der Staatsanwaltschaft Rom befragt. Über den Fall wurde zudem die Jugendstaatsanwaltschaft informiert.
Nach den ersten Ermittlungen verfügte die für Gewaltdelikte zuständige Staatsanwaltschaft die Einweisung des 47-Jährigen in das Gefängnis Regina Coeli.