Eigentlich hätte es für die Steirer kaum besser laufen können. Mit viel Leidenschaft und einer starken zweiten Halbzeit drehte Sturm einen 1:2-Rückstand gegen die "Veilchen", feierte einen 3:2-Heimerfolg. Trotzdem war Ilzer nach dem Spiel so richtig angefressen.
Der Grund dafür war die umstrittene Elfmeter-Situation vor Austrias zweitem Treffer durch Haris Tabakovic (39.), der den Strafstoß souverän versenkte. David Affengruber wehrte zuvor den Ball mit Schulter und Oberarm ab, Schiedsrichter Markus Hameter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Eine Entscheidung, die von Video-Referee Harald Lechner bestätigt wurde. Einmal mehr stellte sich aber die Frage: Wo beginnt ein Handspiel? Und Hameter nützte die Chance, einen zweiten Blick darauf zu werfen, nicht.
"Das ist bei mir der Brustmuskel, die Schulter, und dann beginnt die Hand. Ich glaube, da hat jeder, der das sieht, eine andere Meinung als das, was entschieden wurde", platzte es aus dem Sturm-Trainer heraus, bekrittelte Ilzer auch einen nicht gegebenen Elfmeter an Emanuel Emegha (48.). "Vor zwei Wochen in Klagenfurt hat Lechner seinen Schiedsrichter wegen jeder Kleinigkeit hinausgebeten", erinnerte sich Ilzer. Schiedsrichter Hameter schaute sich keine einzige der strittigen Entscheidungen im sogenannten "On Field Revier" noch einmal an.
"Es fordert mich mental brutal, die letzten Wochen sind eine riesige Herausforderung – mit etwas konfrontiert zu werden, das ich nicht benennen möchte. Das tut mir im Herzen weh. Es raubt mir den Schlaf, es macht mich im Kopf fertig", so Ilzer angefressen.
Ein Grund, warum Hameter nicht an die Seitenauslinie ging, ist wohl auch der dann folgende Punkteabzug in der Bewertung der Schiedsrichterleistung. Denn für jeden "On Field Review" gibt es Minuspunkte. Ein System, das zu überdenken ist.