Dieses Eis macht Sie betrunken

Das Unternehmen "Suck it" aus Bonn verkauft alkoholhaltiges Eis am Stiel. Seine sexistischen Werbungen werden zurzeit aber kritisiert.

Es gibt verschiedene Alternativen zu Alkohol in Flüssigform – man muss ihn nicht immer trinken. Zum Beispiel kannst man sich Früchte oder Gummibärchen in Wodka einlegen und essen.

"Lutsch meine Melonen"

Eine weitere Variante sind Alkohol-Eislutscher, die man entweder selber zusammenbrauen oder einfach kaufen kann. Zum Beispiel von "Suckit". Das Bonner Unternehmen, mitgegründet von Erfindern des Saftladens "True Fruits", bringt seit 2014 Lutscher mit Alkohol unter das Volk. Mit Erfolg: Unter anderem sind Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf Fans.

Das Lutscher-Unternehmer will nun nicht nur Bonn, sondern die ganze Welt erobern. Dafür investiert das Geschäft in Werbungen mit provokanten Headlines. Zu lesen: "Einfach mal Rum lutschen", "Kommt gut im Mund" und "Lutsch meine Melonen". Ob die Reklame nicht zu sexistisch ist und wie sie drauf kommen, fragen wir die Geschäftsführerin Pia Zimmermann.

Pia, wieso solche Headlines?

Unsere Zielgruppe mag Provokation und wir wollen polarisieren. Das sind unsere Gründe.

Steht ihr dadurch nicht im Kreuzfeuer der Kritik?

Natürlich. Auf Facebook und anderen sozialen Medien hagelt es zurzeit Kritik. In den Zeiten, wo Sexismus ein No-Go ist, war das aber auch vorhersehbar.

Und das nervt euch nicht?

Ich bin nicht Pro-Sexismus, niemals würde ich das befürworten. Doch unsere Kunden mögen solche Slogans. Wir kriegen viel Lob für die Reklame – hauptsächlich von unserer Zielgruppe. Andere, die unsere Werbung schlecht finden, interessieren mich nicht.

Die Kritik ist aber berechtigt, nicht?

Wenn man unser Eis nicht sehen und in Großbuchstaben "Einfach Rum lutschen" stehen würde, dann wäre die Kritik auch angebracht. Aber mit dem Plakat ist eigentlich klar, auf was wir anspielen: Auf unser Produkt. Und solche Äußerungen bringen Jugendliche zum Beispiel auch untereinander – so sollte es auch wirken. Außerdem mögen wir diese Zweideutigkeit einfach – das passt zum Eis.

Wollt ihr mit dem Produkt und der Kampagne gewissermaßen einen Ausgleich zum gesunden Image von "True Fruits" finden?

Nein, im operativen Geschäft ist eh niemand von den "True Fruits"-Gründern dabei – sie befinden sich eigentlich nur noch im Hintergrund. Außerdem kam es zu der Gründung nicht deshalb, weil wir etwas Gegensätzliches tun wollten, sondern weil ein Gründer die zwei von "True Fruits" kannte und mit ihnen zusammenarbeiten wollte.

Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, solches Eis auf den Markt zu bringen?

Einer der Gründer hat sich an einem Sommertag etwas kühleres als ein Bier gewünscht. So kam er auf die Idee, Alkohol und Eis zu mischen.

Und wie viel muss man lutschen, um besoffen zu werden?

Ich bin von der Statur her ziemlicher Durchschnitt. Nach einem Eis merke ich schon den Alkohol. Um angeheitert zu sein, benötige ich etwa drei.

Denkst du nicht, dass es eine schlechte Idee ist, noch mehr Alkohol-Alternativen zu bieten?

Ich glaube nicht, dass Menschen, die beispielsweise während der WM Bier trinken, nun Bier und Eis konsumieren wollen. Eher glaube ich, dass das Eis eine Alternative für die Freundin wäre, die eh nicht so gern Hopfensaft trinkt.

Im Sortiment befinden sich fünf verschiedene Sorten Eis: "Vodka Energy", "Melon Sour", "Rum Orange", "Mojito" und "Strawberry Daiquiri". Welche ist die beliebteste Eissorte?

"Strawberry Daiquiri".

Plant ihr auch mehr?

Ja – die dürfen wir aber noch nicht verraten. (Tillate)

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