Spürhunde schlugen an

Suche nach Schamanin – neues Geheimversteck gefunden

Nächster Akt in dem unglaublichen Fall einer "Schamanin" in NÖ: Ermittler entdeckten ein neues Geheimversteck mit Bargeld, Uhren und Schmuck.
Erich Wessely
20.02.2025, 15:08
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Jetzt geht es Schlag auf Schlag – im Fall der unglaublichen Geschichte der selbsternannten Schamanin Mariana M. (44, ihr Okkultname lautete "Amela") gab es nun eine weitere Hausdurchsuchung auf dem prunkvollen Anwesen in Maria Enzersdorf im Bezirk Mödling – und zwei weitere Festnahmen.

Die weitere Hausdurchsuchung war nach den akribischen Ermittlungen des Landeskriminalamts NÖ erfolgt – den Auftrag dafür gab die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien (WKStA), die nun ebenfalls in dem Fall aktiv ist.

Gesucht: Weitere Opfer von Dona D.

Dona D. – Die Polizei sucht nach Opfern dieser mutmaßlichen Betrügerin.
LPD NÖ

Es gab mehrere Verdachtsmomente, dass in dem Haus des Okkult-Clans noch mehr Wertsachen zu finden sein könnten. Laut "Heute"-Infos erfolgte die Durchsuchung der Räumlichkeiten der Villa am 17. Februar mit Bargeldspürhunden. Diese schlugen erneut im Keller des Anwesens an. Unter einem Teppich wurde schließlich eine verbaute Platte mit einer Luke entdeckt – diese führte zu einem gut versteckten neuen Geheimraum!

Kleiner, überbauter Kellerraum

In dem kleinen, überbauten Kellerraum wurden schließlich Bargeld (mittlerer fünfstelliger Eurobetrag), zwei Luxusuhren, Munition, eine Schreckschusswaffe, mehrere Kilo Feinsilber und anderer Schmuck entdeckt. Der genaue Wert des nun erneut gefundenen Schatzes muss noch eruiert werden.

Den Ermittlern ging bei der Hausdurchsuchung eine Komplizin von Mariana M. ins Netz – es handelt sich um eine zweite Schamanin, die österreichische Staatsbürgerin Dona D. (29), auch unter "Anna" bekannt. Sie war schon bei der ersten Hausdurchsuchung zugegen, diesmal gab es eine Festnahmeanordnung  – die Frau wurde wegen Verdachts des gewerbsmäßigen schweren Betruges und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung festgenommen und in die Justizanstalt Wien-Josefstadt gebracht. Die 29-Jährige machte von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch und schweigt.

Weitere Festnahme einen Tag darauf

Einen Tag darauf, am 18. Februar, klickten für ein weiteres Mitglied der Okkult-Bande die Handschellen – diesmal in Wien. Dabei handelt es sich um den Ex-Mann von Mariana M., ein 47-jähriger österreichischer Staatsbürger. Auch gegen ihn laufen Ermittlungen wegen der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie des Verdachts der Geldwäsche.

Ob noch weitere Schaman(inn)en neben "Anna" und "Amela" im Spiel gewesen waren, ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Auch Stimmenabgleiche bei den Opfereinvernahmen sollen gemacht werden.

Lichtbild von "Anna" veröffentlicht

Zwecks Opfersuche wurde nun auch von "Anna" ein Lichtbild veröffentlicht. Besitzer des Hauses ist übrigens der 29 Jahre alte Sohn der selbst ernannten Schamanin "Amela". Er sitzt in Wiener Neustadt in U-Haft.

Einer der größten Betrugsfälle, der durch das Landeskriminalamt (LKA) Niederösterreich jemals aufgeklärt worden ist, weitet sich somit aus. Erst am Montag vergangener Woche hatten die Ermittler die Sicherstellung von Bargeld, Gold, Schmuck sowie hochpreisiger Armbanduhren bekanntgegeben. Der durch Okkult-Betrug aufgedeckte Schaden erreichte bereits einen zweistelligen Millionenbetrag. In einem Tresor fanden sich laut LKA-Chef Stefan Pfandler unter anderem 4,1 Millionen Euro und 2,1 Millionen Schweizer Franken (2,23 Mio. Euro) an Bargeld.

Die Fahndung nach Mariana M. dauert indes an. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau seit mehreren Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv gewesen ist, möglicherweise mit Komplizen und Verbindungen in den Balkan. Gegen die 44-Jährige ist ein Europäischer Haftbefehl erlassen worden.

Fotos von Preziosen und anderen Wertgegenständen sind auf der Fahndungsseite der Homepage der Landespolizeidirektion Niederösterreich (www.polizei.gv.at/noe/lpd/fahndung/fahndung.aspx) ersichtlich. Opfer der mutmaßlichen Betrügerin im In- und Ausland werden gebeten, die Ermittler des LKA Niederösterreich unter Tel.: +43 59133 303333 zu kontaktieren. Ebenso sind Hinweise zum Aufenthalt der flüchtigen "Amela" erbeten.

{title && {title} } wes, {title && {title} } Akt. 20.02.2025, 15:37, 20.02.2025, 15:08
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