Super League: Wie Real und Barca abkassieren wollten

Real-Boss Florentino Perez ist die treibende Kraft hinter der Super League.
Real-Boss Florentino Perez ist die treibende Kraft hinter der Super League.Imago Images
Nach dem blitzartigen Scheitern der Super League werden immer mehr Details über die Liga bekannt. Mit kuriosen Finanz-Klauseln. 

Der "Spiegel" veröffentlichte nun Passagen aus dem 167-seitigen Gründungsvertrag, die zeigen, wie ungleich die Milliarden in der Super League verteilt werden sollten und dass sich Real Madrid und der FC Barcelona sogar Extra-Zahlungen von den anderen Klubs zusichern ließen. 

Aufteilung der Milliarden

Die US-Bank JP Morgan wollte 3,5 Milliarden Euro in die Fußball-Eliteliga pumpen. Diesen Betrag sollten sich die 15 Gründungsvereine dann aufteilen. Letztendlich kamen mit Manchester United, Manchester City, Liverpool, Arsenal, Tottenham, Chelsea, Real Madrid, Barcelona, Atletico Madrid, Inter Mailand, AC Milan und Juventus Turin allerdings nur zwölf Gründungsvereine zusammen. Bayern München, Paris St.-Germain und Borussia Dortmund waren offensichtlich als weitere Gründungsmitglieder geplant gewesen. 

Der Verteilungsschlüssel sah demnach allerdings zwei Klassen von Teams vor. Die Top-Elf (Manchester United, Manchester City, Liverpool, Chelsea, Arsenal, Real Madrid, Barcelona, Atletico, Juventus, PSG und die Bayern) hätten jeweils 7,7 Prozent des Antrittsgeldes erhalten. Das wären 238,5 Millionen Euro. Für die verbleibenden vier Teams (Tottenham, Inter Mailand, AC Milan und Dortmund) wären nur 3,8 Prozent geblieben - bloß 117 Millionen Euro. 

Somit hätten die Münchner zum Beispiel mehr als doppelt so viel kassiert wie der BVB. Beide Klubs waren der Liga allerdings bekanntlich nicht beigetreten. 

Extra-Zahlungen für Real und Barca

Für Real und Barca war darüber hinaus im umfangreichen Vertragswerk eine zusätzliche Prämie vorgesehen. Die beiden spanischen Klubs sollten in den ersten beiden Saisonen jeweils 30 Millionen Euro extra kassieren - macht 60 Millionen Euro mehr als der Rest der Eliteliga. Die beiden Klubs haben bisher als einzige Vereine das Super-League-Projekt weiterhin befürwortet. 

Millionen bei Austritt fällig

Derweil haben sich die anderen Klubs distanziert. Allen voran die englischen Vereine, die allesamt in der Nacht auf Mittwoch ihren Austritt angekündigt haben. Doch  der könnte sich schwieriger gestalten, als zunächst angenommen. Die Verträge der neuen Super League laufen nämlich 23 Jahre lang. Ein Ausstieg ist erst nach drei Jahren vorgesehen. Und würde eine Strafzahlung von 150 Millionen Euro plus Rückzahlung der Hälfte der Super-League-Einnahmen der abgelaufenen Saison sowie anteilig der Startgelder von Investor JP Morgan nach sich ziehen. 

Der einzige Passus, der eine sofortige Auflösung der Super League ermöglichen würde, bezieht sich auf Barcelona. Denn beim spanischen Klub hätten die Mitglieder über eine Teilnahme abstimmen müssen - dies hatte Präsident Laporta auch so angekündigt. Sollten sich die Anhänger dagegen aussprechen, hätte das Projekt sofort aufgelöst werden können, wenn sich 70 Prozent der Klubs darauf geeinigt hätten. Womöglich ein kostensparender Ausweg aus der Milliarden-Liga. 

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