Ein 21-jähriger Mann aus Rumänien ist heuer beim Nova Rock Festival in Nickelsdorf festgenommen worden. Der Festivalbesucher wurde dabei erwischt, wie er insgesamt 40 Handys gestohlen hat. Nach Abschluss der Ermittlungen wurde er in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht. Die meisten der gestohlenen Handys konnten den rechtmäßigen Besitzern wieder zurückgegeben werden.
Bei den Ermittlungen setzte die Polizei zum ersten Mal die sogenannten Super-Recognizer ein. Das sind Beamte mit einer außergewöhnlichen Gabe: Sie können Gesichter auch dann wiedererkennen, wenn sie diese nur ganz kurz gesehen haben, sich das Aussehen verändert hat oder sogar Jahre dazwischen liegen.
Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, betont: "Der erfolgreiche Einsatz der Super-Recognizer beim Nova Rock Festival zeigt, dass sie ein wirksames Instrument moderner Polizeiarbeit sind. Gerade bei Großveranstaltungen zeigt sich, dass spezialisierte menschliche Wahrnehmungsfähigkeit ein wertvoller Beitrag zur Sicherheit sein kann."
Auch Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts, hebt die Bedeutung hervor: "Mit dem Projekt Super-Recognizer beschreitet das Bundeskriminalamt bewusst innovative Wege in der Kriminalitätsbekämpfung. Die erfolgreichen Einsätze beim Nova Rock Festival verdeutlichen, welches Potenzial in den besonderen Fähigkeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steckt. Ihr außergewöhnliches Talent erweitert die Möglichkeiten kriminalpolizeilicher Arbeit und stärkt die Sicherheit der Bevölkerung."
Super-Recognizer können die Polizei in vielen Bereichen unterstützen. Sie helfen etwa bei der Identifizierung von Verdächtigen auf Fotos und Videos, bei der Analyse von Serientaten oder beim Erkennen von gesuchten Personen in großen Menschenmengen. Solche Fähigkeiten sind besonders bei Events, Demos oder auch in Öffis gefragt.
Das Bundeskriminalamt hat im September 2024 zusammen mit den Landeskriminalämtern Niederösterreich und Vorarlberg ein Pilotprojekt gestartet, um Super-Recognizer in die Polizeiarbeit einzubinden. Der Probebetrieb lief vom 1. Oktober 2025 bis 28. Februar 2026.