Bald eine Woche steht die Boeing 777 der Swiss im kanadischen Iqaluit. Das linke Triebwerk hatte sich auf dem Flug nach Los Angeles wegen einer Störungsmeldung automatisch abgeschaltet und der Flieger war darauf in der Arktis notgelandet.
Mittlerweile ist klar, dass die Techniker das 22,5 Millionen Euro teure Triebwerk nicht einfach so wieder flottmachen können, weil der Defekt sich im Innern befindet. Das riesige Transportflugzeug Antonov An-124 hat am Wochenende ein neues in die Arktis geflogen. Seither sind die Techniker damit beschäftigt, das 8,3 Tonnen schwere Triebwerk mit 3,4 Meter Durchmesser an den Swiss-Jet zu montieren, wie der "Tages-Anzeiger" schreibt.
Derzeit werden die Triebwerke ausgetauscht
Das ist aufgrund der Bedingungen in der kleinen Stadt am Polarkreis alles andere als einfach. Derzeit herrschen dort am Tag Temperaturen von minus 25 Grad. Wegen des Windes sind es aber gefühlte minus 35 Grad. Für die Reparatur musste darum ein beheiztes Zelt um das Triebwerk herum aufgebaut werden.
Klar ist jetzt schon: Den Flieger wieder fit zu machen dauert."Die Reparatur wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen", sagt ein Swiss-Sprecher gegenüber dem "Tages-Anzeiger". Derzeit sei man daran, die beiden Triebwerke auszutauschen.
Reparatur und Ausfall kosten viel
Je länger die Boeing am Boden steht, desto teurer wird es für die Swiss. Denn nicht nur die Reparatur, bei der allein der Flug der Antonov rund eine halbe Million Dollar kostet, kommt die Swiss teuer zu stehen. Jeder Tag, an dem das Flugzeug am Boden steht, statt Passagiere durch die Welt zu fliegen, bedeutet Verlust. Zudem verkehrt die Boeing 777 auf den Langstrecken der Swiss. Den Ausfall muss die Fluggesellschaft nun zum Teil mit kleineren Flugzeugen überbrücken, als im Flugplan vorgesehen. Einige Flüge fielen laut "Tages-Anzeiger" deswegen sogar ganz aus.
Zudem musste ein Flugzeug der Swiss extra nach Iqaluit fliegen und die gestrandeten Passagiere dort abholen – und fehlte derweil in New York, wo es Fluggäste nach Zürich hätte bringen sollen. Jene Passagiere des Los-Angeles-Flugs, der notlanden musste, hätten wegen der großen Verspätung auch Anrecht auf Entschädigung. Das allein soll rund 131.000 Euro kosten.
Wer trägt die Verantwortung für den Ausfall?
Eine grobe Schätzung des "Tages-Anzeigers" geht darum von Kosten von mehr als einer Million Franken aus. Die Swiss will sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher sagt nur so viel: "Wir verfügen über entsprechende Versicherungen und Garantien." Derzeit liefen noch die Abklärungen über die Verantwortlichkeit. Die Frage ist, ob der Swiss bei der Wartung ein Fehler unterlief oder der Hersteller GE ein mangelhaftes Triebwerk lieferte. Immerhin ist die Boeing 777 noch kein Jahr alt.