In Genf haben am Montag erneut die Friedensgespräche über ein Ende des blutigen Konflikts in Syrien begonnen. Auch Gespräche zwischen den syrischen Behörden und der Opposition sollen wieder aufgenommen werden. Unterdessen ordnete Russlands Präsident Wladimir Putin einen Teilabzug seiner Truppen an.
Kremlchef Putin hat einen Abzug des größten Teils der russischen Soldaten aus Syrien von Dienstag an befohlen. Die Aufgaben seien größtenteils erfüllt. Syriens Machthaber Assad habe er darüber informiert, meldete die russische Agentur Interfax.
Russlands Staatschef hatte sich zuvor mit seinem Außen- und Verteidigungsminister in Moskau getroffen und dabei betont, dass sein Land eine größere Rolle im Friedensprozess für Syrien einnehmen soll. Eine russische Luftwaffenbasis in Syrien wird aber aufrecht erhalten. Putin unterstützt das syrische Regime seit Monaten mit Luftangriffen.
Neuer Anlauf in Genf
UN-Sondervermittler Staffan de Mistura hatte am Montag die Kriegsparteien nach Genf geladen, um die Anfang Februar ausgesetzten Verhandlungen für einen Frieden fortzusetzen. Ziele sind eine Übergangsregierung und eine neue Verfassung für Syrien. Laut de Mistura bestehen noch erhebliche Differenzen zwischen den Konfliktparteien, deswegen würde er sich separat mit den Vertretern der Regierung und der Opposition treffen.
Die neue Chance für den Neustart des Friedensprozesses unter UN-Schirmherrschaft entstand dank des Waffenstillstandsabkommens, das unter Teilnahme der Präsidenten Russlands und der USA erreicht wurde. Das Schicksal der Verhandlungen werde davon abhängen, ob die Initiatoren des Waffenstillstandes den notwendigen Druck auf die Konfliktseiten ausüben und sie dazu bewegen können, auf Forderungen zu verzichten, die einen Kompromiss ausschließen.
Abschuss eines Kampfjets
Kurz vor den Genfer Vereinbarungen berichteten Medien jedoch über den Abschuss eines MiG-21-Kampfjets der syrischen Luftstreitkräfte während des Landeanflugs bei Hama.