Mit mehr als 48 Millionen verkauften Tonträgern waren sie einer der erfolgreichsten Boybands der 90er Jahre. Als sie sich 1996 trennten, weinten Tausende von zumeist weiblichen Fans bittere Tränen. Inzwischen sind drei der Musiker längst wiedervereint und begeistern ihr mitgewachsenes Publikum. Die dreiteilige Netflix-Doku "Take That" beleuchtet ab 27. Jänner die unglaubliche Karriere der fünf Musiker aus Manchester.
"Wir waren die Könige der Welt", blickt Jason Orange zurück. "Nichts bereitete uns darauf vor, was uns in den 90er Jahren bevorstand", ergänzt Howard Donald, der davor als Autolackierer arbeitete. "Wir gehören zur Arbeiterklasse und haben ein goldenes Ticket. Deine einzige Chance, dein Leben nicht zu ruinieren und etwas aus dir zu machen", war sich der junge Robbie Williams schon 1990 bewusst, dass Großes bevorstand.
Manager Nigel Martin-Smith entdeckte zuerst Gary Barlow, der bereits mit 15 Jahren vielversprechende Songs geschrieben hatte. Er war bereits fix in der Band, bevor die anderen bei einem Radio-Casting gefunden wurden. Vorbild war die damals extrem erfolgreiche US-Boyband New Kids On The Block. Barlow war Singer-Songwriter und kreatives Mastermind, Williams der Lustige, Mark Owen der Kindliche, der jüngere Fans ansprechen sollte, Orange und Donald waren die besten Tänzer. "Die Spice Girls haben unsere Idee geklaut", lachen Take That in der Doku.
"Unsere ersten Gigs waren in Gay Clubs", verrät Barlow. "Ich habe die Outfits gehasst." Später gelang den fünf Künstlern der Sprung zu einer neuen Zielgruppe, die sie fortan begeistern und groß werden lassen sollten: Teenager. "In manchen Clubs wollten einem die Mädels die Kleider vom Leib reißen." Als sie dann ihren ersten Hit "Do What U Like" landeten und mit nackten Hintern im Video posierten, war klar: "Es drehte sich alles nur um Sex, worauf ein Großteil der Popmusik basiert." Doch erst das Tavares-Cover "It Only Takes A Minute" brachte Take That ganz nach oben. "Dann ist es wirklich explodiert".