Nach fast fünf Jahrzehnten als einer der prägendsten Rock-Bassisten seiner Generation schlägt Flea ein neues Kapitel auf. Am 27. März erscheint mit "Honora" sein erstes offizielles Soloalbum.
Dafür nahm sich der Red Hot Chili Peppers-Star bewusst Zeit und Freiraum, um zu seinen musikalischen Wurzeln zurückzukehren: Jazz und Trompete. Mit "Traffic Lights", gemeinsam geschrieben mit Thom Yorke (Radiohead), ist bereits jetzt ein erster Albumtrack veröffentlicht.
Der Albumtitel "Honora" ist einem geliebten Familienmitglied gewidmet. Flea zeichnete für die Kompositionen und Arrangements verantwortlich und spielt auf dem gesamten Werk Trompete und Bass.
„Ich vibrierte, war high und schwebte durch das Studio“FleaÜber die Aufnahmen von "Honora"
Unterstützt wird er von einer hochkarätigen Runde moderner Jazz-Größen: Produzent und Saxofonist Josh Johnson, Gitarrist Jeff Parker, Bassistin Anna Butterss und Schlagzeuger Deantoni Parks bilden das musikalische Fundament. Gesanglich sind neben Flea selbst auch Thom Yorke und Nick Cave zu hören.
Schon früh wurde Fleas Leidenschaft für Jazz geweckt. Als Kind erlebte er, wie Freunde der Familie im Wohnzimmer gemeinsam Live-Jazz spielten. "Das war das Größte, was ich je gesehen habe", erinnert er sich.
"Diese Wildheit, diese Wärme, dieses Wir-Gefühl. Reiner Bebop. Boom." In diesem Moment habe er begriffen, dass es im Leben mehr gebe als die Enge und Kleingeistigkeit, die ihn oft entmutigt hätten. "Die heilige Dreifaltigkeit meines Lebens – Musik, Sport und Natur – war komplett."
Auch wenn seine musikalischen Helden ursprünglich Dizzy Gillespie, Miles Davis und Clifford Brown hießen, nahm Fleas Karriere einen anderen Verlauf. Mit 16 bat ihn sein enger Freund Hillel Slovak, zum Bass zu greifen und in seine Rockband einzusteigen – der Beginn der Erfolgsgeschichte der Red Hot Chili Peppers.
Vor der Arbeit an "Honora" habe er dennoch Respekt verspürt, gesteht Flea. Er habe befürchtet, die versammelten Spitzenmusiker könnten ihn für "einen non-playing motherf*cker, einen Scharlatan, einen Rock-Poser oder Fan" halten. Doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. Die Band habe ihn mit Offenheit und Unterstützung überrascht. "Mit ihnen in einem Raum zu sitzen und diese Musik zu spielen, fühlte sich an, als wäre ich auf Drogen. Ich vibrierte, war high und schwebte durch das Studio. Ich liebe sie – sie haben alles gegeben, und ich verbeuge mich tief."
Über die Entstehung von "Traffic Lights" sagt Flea: "Deantoni und ich haben schon am ersten Tag das gespielt, was später 'Traffic Lights' wurde. Irgendetwas daran hat mich sofort an 'Atoms for Peace' erinnert [frühere Band von Flea und Thom Yorke, Anm.], also habe ich es Thom geschickt. Ich dachte einfach, dass Rhythmus und Feeling genau sein Ding sein würden – und ich hatte recht. Er hat es direkt gefeiert. Mit einer wunderschönen Melodie und Texten, die davon erzählen, wie es ist, in dieser 'upside-down'-Welt zu leben, wie man all den Fake- und Real-Kram einordnet. Jeder hat eben seine eigenen Wege, mit der Welt klarzukommen. Aber Thom ist einfach der herzlichste, free flowing, jamming Motherf*cker."
Weitere Beiträge stammen von seinem ehemaligen Bandpartner Mauro Refosco (David Byrne, Atoms for Peace) und Nate Walcott (Bright Eyes).
Das Album umfasst sechs Eigenkompositionen – darunter ein gemeinsamer Song von Flea, Johnson und Yorke – sowie Neuinterpretationen von Stücken von George Clinton und Eddie Hazel, Jimmy Webb, Frank Ocean, Shea Taylor und Ann Ronell.