Welt

Nach Entführungsversuch – Trümmer-Baby nun adoptiert

Im Nordwesten Syriens wurde nach dem Erdbeben ein neugeborenes Baby gefunden. Nach mehreren Entführungsversuchen wurde das Kind nun adoptiert.

David Huemer
Die kleine Aya wurde an der Nabelschnur ihrer toten Mutter aus den Trümmern geborgen.
Die kleine Aya wurde an der Nabelschnur ihrer toten Mutter aus den Trümmern geborgen.
Anas Alkharboutli / dpa / picturedesk.com

Es war eines der großen Wunder bei der Erdbeben-Katastrophe in der türkisch-syrischen Grenzregion. Unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses im Nordwesten Syriens konnten Helfer ein neugeborenes Mädchen retten. Das Baby hing noch an der Nabelschnur seiner toten Mutter. Das kleine Mädchen dürfte offenbar unter den Trümmern auf die Welt gekommen sein.  

Das Baby wurde von den Rettern in ein Krankenhaus in der syrischen Stadt Afrin gebracht und dort auf den Namen Aya getauft. Das Schicksal des kleinen Mädchens ging um die Welt. Tausende wollten das Baby daraufhin adoptieren. 

Nun konnten Verwandte der kleinen Aya ausgemacht werden. Ihr Tante und deren Mann adoptieren das kleine Mädchen. "Sie wird wie eins meiner Kinder sein", gab das Paar an. Die beiden haben selber vier Töchter und zwei Söhne und wohnen seit dem Beben in einem Zelt. 

"Ich wünsche ihr ein angenehmes Leben bei ihrer neuen Familie", erklärte der Leiter der Klinik in Afrin.

Milizen wollten es entführen

Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sollen Milizen vor der Adoption insgesamt dreimal versucht haben, die kleine Aya zu entführen. 

Die Rebellen sollen das Spital gestürmt haben und den Direktor und die Angestellten geschlagen und beleidigt haben. Wie der Krankenhausleiter am Dienstag mitteilte, seien das Baby und das Personal bei dem Vorfall unverletzt geblieben und befinden sich in Sicherheit.

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    Menschen versuchen, den Opfern eines eingestürzten Gebäudes zu helfen.
    Menschen versuchen, den Opfern eines eingestürzten Gebäudes zu helfen.
    EPA-EFE

    Rest der Familie wurde bei dem Erdbeben getötet

    Alle weiteren Familienmitglieder des kleinen Mädchens kamen bei dem verheerenden Erdbeben ums Leben. Sie wurden unter den Trümmern begraben und konnten von den Einsatzkräften nicht mehr gerettet werden. Bereits zuvor wurde die Familie von einem schweren Schicksal getroffen und musste aus der Heimatregion fliehen.

    Sie hatten wegen des Bürgerkriegs die instabile Region Deir Essor weiter im Osten in der Hoffnung verlassen, in Dschandairis, einem von der türkischen Armee und pro-türkischen Rebellen kontrollierten Ort, in Sicherheit zu sein. Für viele Menschen wurde Dschandairis nun aber zur Todesfalle. Etwa 50 Gebäude stürzten dort ein.

    Folgende Organisationen leisten Hilfe vor Ort und sammeln Spenden für die Erdbeben-Opfer:
    Österreichisches Rotes Kreuz
    IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144
    BIC: GIBAATWWXXX
    Spenden-Kennwort: Katastrophenhilfe
    Caritas Österreich
    IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560
    BIC: GIBAATWWXXX
    Kennwort: Erdbeben Syrien und Türkei
    Diakonie Katastrophenhilfe
    IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333
    BIC: GIBAATWWXXX
    Kennwort: Erdbeben-Nothilfe Syrien Online
    Jugend Eine Welt-Spendenkonto
    IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000
    Kennwort: Nothilfe Erdbeben
    Arbeiter Samariterbund Österreichs
    IBAN: AT04 1200 0513 8891 4144
    BIC: BKAUATWW
    Kennwort: Türkei/Syrien
    Kızılay - Türkisches rotes Kreuz
    IBAN: DE26 5122 0700 1080 0000 01
    BIC: TCZBDEFF
    AHBAP - Türkisches Netzwerk freiwilliger Helfer
    AHBAP DERNEĞİ
    IBAN: TR 15 0006 4000 0021 0212 1502 77
    BIC:ISBKTRIS
    AFAD - Offizielles türkisches Krisenpräsidium
    IBAN: TR 19 0001 0017 4555 5555 5552 06
    BIC: TCZBTR2A
    AKUT - Türkischer Such- und Rettungsverein
    IBAN: TR12 0006 4000 0021 0806 6661 44
    BIC: ISBKTRIS