Von 6. bis 8. August verwandelt sich der Kulturhauspark in Dornbirn wieder in eine große Open-Air-Bühne. Beim Stadtfest "Sommer im Park" stehen Live-Musik, Kulinarik, Mitmachaktionen und ein umfangreiches Kinderprogramm auf dem Eventplan. Erstmals wird heuer auch ein Pride-Schwerpunkt gesetzt – und genau dieser sorgt bereits vor dem Start für heftige Diskussionen.
Am Samstag um 16 Uhr sollen die Dragqueens Frau Bürgerschreck und Athene Atlas eine interaktive Kinderstunde gestalten. Geplant sind das Vorlesen von Kinderbüchern sowie gemeinsames Singen bekannter Disney-Lieder. Laut Veranstaltern soll das Format Kinder spielerisch an Musik, Geschichten und Vielfalt heranführen.
Nicht alle sehen das positiv. Ein Vater wandte sich schriftlich an die Veranstalter und forderte, den Programmpunkt zu streichen.
"Als Vater habe ich die Veranstalterin schriftlich um Absetzung dieses Programmpunkts ersucht. Mein Einwand: Drag ist explizit für erwachsenes Publikum. Und wenn ein Programm Kinder erklärtermaßen an Vielfalt heranführen soll, ist das Wertevermittlung – diese gehört zu den Eltern und nicht zu einer stadteigenen Marketinggesellschaft, schon gar nicht unangekündigt mitten im Familienteil eines öffentlichen Sommerfests", kritisiert er.
Mit seiner Meinung steht der Mann offenbar nicht alleine da. Eine Petition gegen die Veranstaltung wurde bereits von mehr als 3.600 Personen unterzeichnet. Die Initiatoren fordern entweder die Absage des Programmpunkts oder zumindest eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren.
Vonseiten der Veranstalter sieht man die Aufregung gelassen. Der LGBTQ+-Schwerpunkt sei gemeinsam mit entsprechenden Vereinen entwickelt worden. Die Kritik weist "Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing" – Geschäftsführer Michael Rüdisser betont, dass das Programm im Vorfeld genau geprüft worden sei.
Man habe den Künstlern klare Vorgaben und Tabuthemen mitgeteilt, die geplanten Inhalte – darunter das Vorlesen von Disney-Geschichten – seien als "kindgerecht" eingestuft worden. Eine Altersbeschränkung werde es nicht geben.
"Jeder Besucher, insbesondere Eltern und Großeltern, entscheidet selbst, ob die Veranstaltung besucht wird oder nicht", zitiert Rüdisser Kulturstadtrat Valentin Sottopietra. Damit liege die Entscheidung letztlich bei den Familien selbst.
Eine Änderung des Programms ist also nicht vorgesehen. Die Dragqueen-Lesung soll wie geplant am Samstag stattfinden.