Welt

Tausende trauern bei Messe um 28 Tote

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:30

Mehrere Tausend Trauernde haben am Mittwoch in der historischen St.-Pieters-Kirche in Löwen bei Brüssel der beim Busunglück am Dienstag in der Schweiz ums Leben gekommenen 22 Kinder und sechs Erwachsenen gedacht. Unterdessen wurde bekannt, dass die Eltern der Verunglückten die Identifikation der Toten vornehmen sollen.

Der Gottesdienst wurde vom Brüssler Erzbischof Andre-Joseph Leonard geleitet und begann mit der Entzündung von 28 Kerzen. Der Apostolische Nuntius in Belgien, Erzbischof Giacinto Berloco, verlas ein Schreiben von Papst Benedikt XVI.

Der Papst betonte in seiner Botschaft, er sei mit den Eltern, Angehörigen und Mitschülern in Trauer vereint, und er schließe sich dem Gebet in Löwen an. Etwa die Hälfte der Opfer waren Schüler des katholischen Kollegs St. Lambertus im Löwener Vorort Heverlee.

Eltern müssen Leichen ihrer Kinder identifizieren

Am Donnerstag sollten möglichst viele der Opfer identifiziert werden. Eltern und Angehörige wurden in der Früh zu den toten Kindern gebracht, teilte die Polizei mit. In einer Kapelle in Sitten sollten sie die sterblichen Überreste formell identifiziert werden. Sollte es nicht möglich sein, die Toten am Aussehen oder an den Kleidern zu erkennen, werde eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben.

Bereits am Mittwochabend seien ein oder zwei leichter Verletzte wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, sagte der Sprecher. Medien hatten von noch mehr Entlassungen berichtet. Das konnte der Sprecher zunächst nicht bestätigen. Auch am Donnerstag sollten weitere Kinder nach Hause geschickt werden. Unterdessen bangen die Angehörigen noch um das Leben mehrerer schwer verletzter Schulkinder.

Erschütternde Szenen vor Schule

Erzbischof Leonard hatte vor dem Gottesdienst das Kolleg besucht. Vor der Schule hatten sich erschütternde Szenen ereignet. Die Schweizer Bischöfe äußerten am Mittwoch ihre Bestürzung und Trauer. "Wir nehmen Anteil am Leid und dem Schmerz der betroffenen Familien", heißt es in der Botschaft des Vorsitzenden der Schweizer Bischofskonferenz, Norbert Brunner.

Am Donnerstagabend wollte Bischof Brunner zusammen mit dem Brüsseler Weihbischof Leon Lemmens und dem Dechant von Sierre/Siders, Robert Zuber, in der Pfarrkirche "Sainte-Croix" in Sierre eine Gedenkmesse für die verstorbenen Kinder und Erwachsenen feiern.

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