Formel 1

Teamchef packt aus: "Dann wären wir gekreuzigt worden"

Die Formel-1-Saison 2022 war für Haas-Teamchef Günther Steiner voller Turbulenzen. Nun sprach der Südtiroler in seinem Buch Klartext.
Heute Redaktion
20.04.2023, 10:09
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Durch die Netflix-Serie "Drive to Survive" erlangte Steiner aufgrund seiner stets klaren Worte Kultstatus. Nun veröffentlicht der Südtiroler das Buch "Surviving to Drive", das am 20. April erscheint. Darin gibt der 58-Jährige in Tagebuch-ähnlichen tiefe Einblicke in die abgelaufene Saison, die turbulenter kaum verlaufen hätte können. Nicht nur, weil auch Steiner selbst seinen Piloten Mick Schumacher nach zwei schweren Unfällen in Dschidda und Monte Carlo auch öffentlich hart kritisierte. 

Bereits vor der Saison musste der 58-Jährige eine harte Entscheidung treffen. Nach dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine entschied sich Steiner, sich von seinem russischen Piloten Nikita Mazepin und dem Sponsor Uralkali – das Unternehmen ist im Besitz dessen Vater Dmitry Mazepin – zu trennen. Kevin Magnussen wurde kurzerhand engagiert. Eine Entscheidung, die jedenfalls alternativlos war. 

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"Dann wären wir gekreuzigt worden"

"Hätten wir Uralkali als Sponsor behalten und sie auf unserer Lackierung gehabt, wären wir von den Medien, den Fans und der FIA gekreuzigt worden. Es wäre Selbstmord gewesen", zitierte "Motorsport-Total.com" aus dem Steiner-Buch. Die Boliden des US-Teams waren durch die Uralkali-Farben in den russischen Landesfarben gehalten. Noch vor dem Saisonstart erfolgte schließlich die Trennung. 

"Die Entscheidung fiel uns natürlich nicht schwer. Wir waren an einem Punkt angelangt, an dem unsere anderen Sponsoren Haas verlassen hätten, wenn wir jetzt nicht gehandelt hätten. Und wenn wir noch länger gewartet hätten, hätten wir am Ende gar keine Sponsoren mehr gehabt", erinnerte sich Steiner zurück. Er hätte sich ein härteres Vorgehen der FIA gewünscht. Doch der Motorsport-Weltverband sprach keine generelle Verbannung russischer Piloten aus. "Wenn sie sagen, dass bei keinem Grand Prix russische Fahrer erlaubt sind, dann würde das mein Leben sehr erleichtern", so der Südtiroler. 

Fahrer meldeten sich

Der Haas-Teamchef enthüllte aber auch, dass sich bereits vor der endgültigen Mazepin-Entlassung mehrere Piloten um das demnächst frei werdende Cockpit bemühten. "Vor etwa zehn Minuten erhielt ich eine SMS von einem Fahrer, der ungenannt bleiben muss, der mich direkt fragt, ob ich Nikita rauswerfen würde. Und wenn ich das tue, könnte er dann mit mir sprechen? Ich denke mir: Was zum Teufel?", schrieb Steiner. Er kontaktierte schließlich Ex-Pilot Magnussen, holte ihn zurück ins Team. Mit Erfolg...

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