Teilchenbeschleuniger: Erste Patienten werden bestrahlt

Bild: MedAustron

Mit der Zertifizierung hat MedAustron die Zulassung als Krebsbehandlungszentrum erhalten. Der Teilchenbeschleuniger gilt nun als geprüftes Medizinprodukt und darf ab sofort für die Bestrahlung von Patienten eingesetzt werden. Die ersten von ihnen waren bereits zur Vorbereitung bei MedAustron und starten nun ihre Bestrahlungszyklen.

Die Anlage in Wiener Neustadt wurde einer umfassenden Prüfung unterzogen, um sicherzustellen, dass sie den Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen genügt. Das Zentrum darf nun den Patientenbetrieb aufnehmen und soll "Menschen mit speziellen Tumoren Hoffnung im Kampf gegen ihre heimtückische Krankheit geben", kommentiert der MedAustron Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Schneeberger den Meilenstein.

Konzipiert wurde die Anlage von MedAustron-Physikern und -Ingenieuren mit Unterstützung von Experten des Europäischen Kernforschungszentrums CERN. Wird eine derartige Maschine zur Behandlung von Patienten eingesetzt, so sind die Sicherheitsanforderungen besonders hoch und das Prüfverfahren ist dementsprechend umfangreich.

Besondere Arten von Tumoren

Zu Beginn werden Patienten mit jenen Indikationen behandelt, für die sich die Ionentherapie bereits etabliert hat: Menschen mit Hirntumoren, Tumoren an der Schädelbasis oder dem Rückenmark, sowie Tumore im Bereich des Beckens. In weiterer Folge wird das Indikationsspektrum erweitert, dies geht auch Hand in Hand mit der schrittweisen Inbetriebnahme der übrigen Bestrahlungsräume und Teilchenarten, die 2020 abgeschlossen sein wird. Gleichzeitig erhöht sich auch die Zahl der Patienten, die pro Jahr behandelt werden können: Im kommenden Jahr werden es rund 150 Patienten, 2020 etwa 1.000 sein.

 

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