Telefonierender Polizeichef ist Posten los

Der ausfallende Anruf des stellvertretenden Landespolizeidirektors hat Konsequenzen. Innenminister Peschorn greift durch.
Alexander Gaisch (52) war bis Mittwoch der stellvertretende Landespolizeidirektor der Steiermark. Und dann veröffentlichte der "Falter" einen Mitschnitt aus der Polizeinotrufzentrale Graz. In der Tonaufnahme ist zu hören, wie Gaisch beim Notruf anruft und den Beamten am anderen Ende der Leitung beschimpft, weil dieser seinen Namen nicht kennt.

Konsequenzen

Wenige Stunden nach der Veröffentlichung hat Innenminister Wolfgang Peschorn Gaisch vorübergehend dem Bundesamt für Fremdenwesen dienstzugeteilt. Das berichtet "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk auf Twitter. "Eine dienstrechliche Prüfung des gesamten Sachverhalts wurde eingeleitet", so ein Ministeriumssprecher zum "Falter".

Zuvor hatte es seitens der Landespolizeidirektion Steiermark lediglich geheißen, dass der Fall intern aufgearbeitet worden sei und "für beide Seiten keine Konsequenzen" habe. Stattdessen suchte man nach dem Whistleblower, der das Tonband an Medien spielte.

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Bereits auffällig

Gaisch dürfte in der Vergangenheit bereits am Telefon ausfallend geworden sein. Wie die "Krone" schreibt, soll er "vor mehreren Jahren" eine Kindergartenleiterin unter Druck gesetzt haben, um sein Kind in die Gruppe zu bekommen. Der Bürgermeister des betroffenen Ortes habe sich damals schützend vor die Frau gestellt.

Und im Jahr 2005 tauchte Gaisch im Zusammenhang mit einer Täterbeschreibung auf, die zwei Männer als "Ausländer, Zigeunertyp, ca. 25-35 Jahre alt" beschrieb. Auf Nachfrage des "Standard" beschrieb er den Typ "Zigeuner" folgendermaßen: "Soweit ich weiß, haben alle Kollegen das gleiche Bild. Und zwar das typische dunkelschwarze Haar und dunkle Augen, wobei manche sogar gut ausschauen und gepflegt sein können. Meist haben sie eine leicht dunklere Hautfarbe als der typische Vertreter der europiden Menschenrasse." Der Typ sei "oft musizierend in der Innenstadt oder bei Mülltonnen" zu finden.

Hier kannst du nachlesen, was der Polizeichef dem Beamten an den Kopf warf.

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