Österreichs Nummer eins musste im Viertelfinale des ATP-250-Turniers in der Bayrischen Hauptstadt Überstunden einlegen, nur zwei Stunden nach seinem Drei-Satz-Sieg gegen den Schweizer Marc-Andrea Hüsler wieder ran. Die Partie wurde am Donnerstag bei einsetzender Dunkelheit im zweiten Satz abgebrochen.
Gegen den Weltranglisten-Zehnten blieb Thiem in seinem zweiten Spiel des Tages dann über weite Strecken chancenlos, musste sich in 1:32 Stunden mit 3:6 und 4:6 geschlagen geben. Vor allem die Konstanz auf höchstem Niveau fehlte. "Es ist alles da, aber nicht das ganze Match lang. Da sind noch ein paar Löcher im Match. Es sind Punkte, die ich früher nicht oft verloren habe, jetzt kommen da Fehler. Aber ich fühle mich viel, viel besser, gewöhne mich viel besser wieder daran. Teilweise bin ich fast bei 100 Prozent, dann falle ich wieder auf 50 oder 60 Prozent", analysierte der 29-Jährige, sah aber eine Steigerung gegenüber dem Masters von Monte Carlo.
Thiem erwischte gegen den US-Boy einen Fehlstart, Fritz spielte sich im ersten Aufschlagspiel des Niederösterreichs drei Breakchancen heraus – die Dritte saß dann, nachdem Österreichs Nummer eins eine Rückhand ins Netz knallte, der 25-Jährige zog schnell auf 3:0 davon, ließ bei eigenem Aufschlag nichts anbrennen. Thiem spielte zwar gefällig mit, blieb aber ohne Breakchance. Österreichs Nummer eins konnte die ersten zwei Satzbälle des US-Amerikaners mit starken Aufschlägen noch abwehren, der Dritte saß dann aber, Fritz vollierte am Netz ab – 6:3.
Im zweiten Satz bäumte sich der US-Open-Sieger von 2020 noch einmal auf, machte mit seiner immer stabiler werdenden Vorhand Druck und holte sich das Break im hart umkämpften zweiten Aufschlagspiel des Satzes – der fünfte Breakball saß. Fritz konterte aber blitzschnell, holte sich sofort das Re-Break zum 1:2. Das zeigte Wirkung. Denn Thiem wackelte plötzlich im fünften Game, schlug zwei Rückhände leichtfertig ins Out. Mit einem starken Return gelang Fritz schließlich das zweite Break in Folge – 3:2. Ohne Thiem noch einmal die Möglichkeit zu geben, ins Spiel zurückzukommen, servierte Fritz schließlich zum 6:4 aus, verwertete den dritten Matchball mit einem Smash am Netz.