Sportlich musste Flavio Cobolli im Finale von München eine Niederlage einstecken. Gegen US-Star Ben Shelton verlor der 23-Jährige klar mit 2:6, 5:7 – emotional war der Italiener aber ohnehin ganz woanders. Der Tennis-Star musste während des Turniers einen schweren Schicksalsschlag verkraften, ein Freund stürzte aus dem Fenster und starb dabei.
Sichtlich wurde die große Trauer nach seinem überraschenden Halbfinal-Sieg über Alexander Zverev. Nach dem Handschlag am Netz brachen bei Cobolli alle Dämme. Direkt nach dem Handschlag setzte er sich auf die Bank, versteckte sein Gesicht in einem Handtuch – und weinte bitterlich.
Der tragische Grund: "Ein guter Freund aus dem gemeinsamen Tennisclub in Italien" des Tennis-Profis ist am Vortag verstorben. "Ich widme ihm das Match", sagte Cobolli sichtlich bewegt. "Ich habe das ganze Spiel an ihn gedacht und an einem harten Tag einen Weg gefunden, zu kämpfen. Der Finaleinzug bedeutet mir sehr viel."
Wie italienische Medien berichten, handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 13-jährigen Burschen aus Rom. Er kam nach einem Sturz aus dem Fenster aus dem zweiten Stock ums Leben. Einsatzkräfte versuchten ihn zu reanimieren – jedoch ohne Erfolg. In der Wohnung wurden zudem ein Abschiedsbrief und mehrere Packungen Beruhigungsmittel gefunden. Vieles deutet auf einen Suizid hin.
Auch auf Social Media verabschiedete sich Cobolli von seinem Freund – mit berührenden Worten: "Bei jedem Punkt, den ich spiele, jedem Ball, den ich berühre, jedem Schritt, den ich gehe, werde ich an dich denken. Ich werde für dich spielen und dich immer bei mir tragen. Ich erinnere mich an dein Lächeln, wenn du mir Fragen gestellt hast. Du warst ein fröhlicher Junge, voller Energie und so wissbegierig."