Kein reicher Mann? Frau bekommt Geld zurück

Weil eine Elite-Partneragentur nicht den gewünschten wohlhabenden Mann geliefert hat, hat eine Kundin sie verklagt. Mit Erfolg.

Tereza Burki, eine geschiedene dreifache Mutter aus Großbritannien, erhoffte sich den "Mann meiner Träume, den Vater meines Kindes", als sie einer Elite-Partneragentur viel Geld dafür zahlte, dass diese den richtigen Mann für sie findet. Als daraus nichts wurde, zog sie vor Gericht – mit Erfolg. Die Datingagentur Seventy Thirty muss der Klägerin umgerechnet knapp 16'600 Franken zahlen, wie der "Guardian" schreibt.

Burki hatte die Agentur wegen Täuschung und Falschdarstellung verklagt. Das Gericht gab ihr Recht: Die Agentur habe die Geschäftsfrau in die Irre geführt, was die Exklusivität ihrer Mitglieder angehe. Die 47-Jährige aus Chelsea suchte nach einem "anspruchsvollen Gentleman", der idealerweise in der Finanzbranche arbeitet, einen "wohlhabenden Lebensstil" führt und gerne reist. Besonders wichtig war ihr, dass er gemeinsamen Nachwuchs will, da sie sich ein viertes Kind wünscht.

Nur 100 männliche Mitglieder

Die Britin zahlte umgerechnet knapp 16'000 Franken, damit die Agentur einen solchen Mann für sie findet. Der damalige Agenturleiter habe behauptet, eine ausreichende Anzahl an Männern, die Burkis Wunschprofil entsprachen, in seiner Kartei zu führen, begründete der Richter das Urteil. Das sei aber falsch gewesen, denn: Es habe insgesamt nur etwa 100 Männer gegeben, die zu dem Zeitpunkt überhaupt aktive Mitglieder gewesen seien. Wie gering der Anteil der Männer war, die auf Burkis Profil gepasst hätten, könne man sich kaum vorstellen. Hätte die Frau die wahre Zahl gekannt, hätte sie den Vertrag nie abgeschlossen.

Burki verlangte ihren Mitgliedsbeitrag zurück und Schmerzensgeld. Das Gericht sprach ihr die bezahlte Gebühr und umgerechnet 630 Franken Entschädigung zu. Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende: Die Datingagentur startete eine Gegenklage, weil ihre ehemalige Kundin zwei schlechte Online-Bewertungen über das Unternehmen verfasst hatte.

Auch Agentur bekommt Recht

Das Gericht gab auch der Gegenklage statt. Die Agentur erhält wegen Verleumdung in einer Google-Bewertung von 2016 umgerechnet 6300 Franken. Susie Ambrose, Gründerin und Firmenchefin von Seventy Thirty, sagte, Burki habe "hochtrabende und unrealistische" Erwartungen gehabt.

Ihre Agentur sei exklusiv und ein Nischenangebot, kein Online-Dating-Service für den Mainstream, betonte Ambrose. Ihre Firma habe nicht Tausende von Mitgliedern, einfach, weil es nicht Tausende wohlhabende, hochkarätige potenzielle Mitglieder gebe. Den Vorwurf, ihre Agentur sei unehrlich und betrügerisch, wies sie zurück. (red)

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