Dass dieser Ort in der Maremma, einem authentischen Teil der südlichen Toskana, etwas ganz Besonderes ist, kann man schon riechen: Noch bevor man das Tor zum Terme di Saturnia Spa & Golf Resort erreicht hat, empfängt einen der Geruch von faulen Eiern. Schließlich kündigt er an, was vor Ort für Entspannung sorgen wird: das Thermalwasser von Saturnia.
Die Quelle befindet sich inmitten des Hotels, genauer gesagt unter dem 1450 Quadratmeter großen Hotelpool (siehe Bildstrecke). Pro Sekunde strömen hier rund 500 Liter körperwarmes Wasser aus unterirdischen Spalten in das Naturbecken. Das äußerst sich in prickelnden Bläschen, die während des Badens den Körper umspielen.
Flüssiges Allheilmittel
Zu lange sollte man das wohlige Gefühl im Pool, der direkt an die Hotelterrasse mit dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant All'Acquacotta anschließt, trotzdem nicht genießen. Zumindest nicht am Stück. Ansonsten könnten sich die positiven Effekte des Aufenthalts im Thermalwasser ins Negative umkehren.
Das 37,5 Grad warme Wasser enthält große Mengen an Mineralien wie Calcium und Magnesium sowie Schwefel, Jod und Brom. Damit lassen sich einerseits zwar Hautprobleme behandeln. Außerdem lindert es Gelenkschmerzen, senkt den Blutdruck, wirkt entzündungshemmend und hat einen Anti-Aging-Effekt.
150 Kilometer von Rom entfernt
Wer mit dem Flugzeug anreist, sollte den Aeroporti di Roma Leonardo da Vinci Fiumicino ansteuern. Von dort aus erreicht man das 150 Kilometer entfernte «Terme di Saturnia Spa & Golf Resort» innerhalb von zwei Stunden erreichen. Auf Wunsch organisiert Hotel einen kostenpflichtigen Transfer. Weitere Anreise-Möglichkeiten finden Sie hier.
Die Reise fand auf Einladung des Hotels statt.
Doch der Aufenthalt im hochkonzentrierten Mix strengt andererseits den menschlichen Körper auch an. Deshalb sollte man pro Tag maximal viermal für je 15 Minuten ins Wasser steigen.
Der Po taucht meist gleich wieder auf
Weiterer Vorteil: Weil sich die meisten Schwimmer an die Empfehlung halten, hat man den Pool häufig für sich – und seine Poolnudel, die man gratis ausleihen kann.
Neulinge lächeln beim ersten Einstieg ins Quellwasser noch über das Utensil. Doch spätestens beim zweiten Mal wissen sie es zu schätzen: Die Nudel hilft, sich durch das Wasser zu manövrieren, denn der hohe Nährstoffgehalt und die Wärme machen Schwimmbewegungen schwer, genauso wie das Tauchen – bei den meisten Versuchen taucht der Po direkt wieder auf.
Eine Quelle, drei Bademöglichkeiten
Das Bad im Naturbecken ist nur Gästen des Luxushotels möglich. Doch auch wer nicht hier übernachtet, kann vom Quellwasser profitieren: Gleich nebenan befindet sich ein öffentliches Thermalbad, in das das Wasser weitergeleitet wird. Schließlich wird das Wasser im Hotelpool sechsmal am Tag komplett ausgetauscht. Laut Mitarbeitern ist die Wassertemperatur dort dieselbe und die Mineralstoff-Konzentration nur minimal geringer.
Rund zwei Kilometer weiter sieht das anders aus: In den Cascate del Mulino, wohin das Thermalwasser anschließend fließt, ist es bereits zwei Grad kälter und enthält nur noch halb so viele Mineralstoffe wie an der Quelle. Dafür ist hier der Eintritt frei.
Trotzdem ist auch dieser Ort etwas Besonderes: Das nunmehr 35,5 Grad warme Wasser ergiesst sich über einen Wasserfall in mehrere kreisrunde Naturbadewannen aus weißem Kalk, in denen es sich herrlich planschen lässt. Wer die Sinterterrassen von Pamukkale in der Türkei kennt, der fühlt sich unwillkürlich daran erinnerhalb. Gestört wird dieser Eindruck noch nicht mal durch die alte Mühle im Hintergrund.
Die kontinuierlich aufsteigenden Bläschen sorgen für einen angenehmen Kitzel während des Schwimmens.