Welt

Terror-Trio soll zehn Menschen getötet haben

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:43

Ganz Deutschland ist von der Terror-Bande geschockt, die vermutlich zehn Morde, zwölf Banküberfälle und einen Bombenanschlag auf dem Gewissen hat. Die Rechtsextremen agierten aus dem Untergrund heraus. In einem Internet-Video, dass mit der Gruppe in Zusammenhang gebracht wird, werden die Opfer verhöhnt.


Insgesamt werden dem Trio, das seit 1998 untergetaucht war und unerkannt in Zwickau lebte, zehn Morde vorgeworfen. Beate Zschäpe und die bereits toten Uwe Bönnhardt und Uwe Mundlos sollen für die "Döner-Mordserie" verantwortlich sein. Sie wird so genannt, weil zwei der insgesamt neun Opfer einen Kebabstand betrieben. Sie sollen auch die Polizistin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 in Heilbronn mit einem Kopfschuss hingerichtet haben.
Die Liste der ihnen vorgeworfenen Verbrechen ist noch länger: Sie sollen im Jahr 2006 auch einen Bombenanschlag in Köln mit 22 Verletzten verübt haben. Das Geld für ihre terroristischen Aktivitäten, die rund 13 Jahre angedauert haben sollen, dürfte von zwölf Banküberfällen in ganz Deutschland stammen.
15-minütige Hass-DVD

Eines der Beweisstücke, das in der zertrümmerten Wohnung von Beate Zschäpe gefunden wurde, ist eine DVD mit fünfzehnminütigem Material. Darauf ist die Comic-Figur Paulchen Panther zu sehen, sie zeigt auf einer Deutschlandkarte auf die Tatorte der "Döner-Morde". Außerdem sind Fotos von einem Opfer, Presseartikel und Fahndungsappelle zu sehen. Wie der Spiegel berichtete, nennen sich die Urheber des Films "Nationalsozialistischer Untergrund". "Solange sich keine grundlegenden Änderungen in Politik, Presse und Meinungsfreiheit vollziehen, werden die Aktivitäten weitergeführt."
Ein verunglückter Banküberfall führte schließlich zum Ende der Terroristen. Polizisten entdeckten das Wohnmobil, in dem sich Bönnhardt und Mundlos versteckt hielten. Sie riefen ihre Komplizin an, damit diese in der gemeinsamen Wohnungen alle Spuren beseitigt. Dann zündeten die beiden das Wohnmobil an und erschossen sich. Im Fahrzeug fanden Beamte die Dienstwaffe und Handschellen der 2007 getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter.
Wohnung gesprengt
Zschäpe jagte die gemeinsame Wohnung in die Luft und hielt sich versteckt. In der zerstörten Wohnung wurde die Waffe Ceska Modell 83 gefunden. Mit dieser wurden alle "Döner-Morde" durchgeführt. Sie stellte sich wenige Tage später mit einem Anwalt der Polizei. "Ich bin diejenige, die ihr sucht“, sollen ihre Worte gewesen sein. Gegen sie wird nun wegen des Verdachts des Mordes, versuchten Mordes, der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwerer Brandstiftung ermittelt. Sie könnte von einer Kronzeugenregelung profitieren, denn alleine können die Taten der Terrorgruppe nur schwer rekonstruiert werden.
Ein Helfer wurde verhaftet

Die Polizei geht davon aus, dass das Trio vermutlich mehrere Helfer hatte. Einer wurde laut spiegel.de am Samstag festgenommen. Holger G. soll bei den Döner-Morden im Hintergrund die Fäden gezogen haben. Er soll Wohnmobile beschafft haben, dem Trio 2007 seinen Führerschein und vor vier Monaten seinen Reisepass zur Verfügung gestellt haben. Das Trio war gemeinsam mit Holger G. in der "Kameradschaft Jena" organisiert. Das Trio tauchte 1998 unter, als in Zschäpes Garage Sprengstoff gefunden worden war.

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