Aus Belgien kamen die Drahtzieher der Terror-Anschläge von Paris vor einer Woche. Doch jetzt scheint es Belgien selbst zu treffen. Nach der Anhebung der Terrorwarnung auf die höchstmögliche Stufe 4 ist Samstagfrüh der U-Bahn-Verkehr in der belgischen Hauptstadt Brüssel aus Sicherheitsgründen komplett eingestellt worden. Die Warnung gilt bis Sonntagnachmittag. Premierminister Charles Michel spricht von Informationen, die "das Risiko eines Attentats ähnlich wie in Paris" nahelegen. Am Nachmittag wurden in Brüssel vier Personen festgenommen.
Aus Belgien kamen die Drahtzieher der vor einer Woche. Doch jetzt scheint es Belgien selbst zu treffen. Nach der Anhebung der Terrorwarnung auf die höchstmögliche Stufe 4 ist Samstagfrüh der U-Bahn-Verkehr in der belgischen Hauptstadt Brüssel aus Sicherheitsgründen komplett eingestellt worden. Die Warnung gilt bis Sonntagnachmittag. Premierminister Charles Michel spricht von Informationen, die "das Risiko eines Attentats ähnlich wie in Paris" nahelegen. Am Nachmittag wurden in Brüssel vier Personen festgenommen.
Die Metro hat am Samstag nicht geöffnet, sagte die Sprecherin des Verkehrsbetreibers STIB, Francoise Ledune, im belgischen Radio RTBF. "Die Metro bleibt geschlossen bis zum Ende des Betriebs." Danach werde in der Nacht auf Sonntag mit den Behörden entschieden, ob das ganze Wochenende keine U-Bahn in Brüssel verkehrt. Die meisten Busse und Straßenbahnen fahren jedoch, auch der Flugverkehr läuft normal.
Vier Festnahmen in Brüssel
Auf dem "Place Grand Sablon" wurden gegen 15 Uhr vier Personen festgenommen. Sie hatten sich in einem verdächtigen Fahrzeug befunden. Polizei und Militär wollten vorerst keine näheren Details herausrücken.
Bei einem Polizeieinsatz auf der Autobahn E411 in der Provinz Brabant wurden fast zeitgleich sechs Personen festgenommen. Drei Autos wurden vollständig durchsucht, gefunden wurden jedoch nur Kleidung, Nahrungsmittel und Geld. Die Festnahmen stünden nicht in Zusammenhang mit den Terroranschlägen, teilten die Behörden mit.
Militär auf großen Bahnhöfen
In der belgischen Hauptstadtregion ist am Samstag die vierte, die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen worden. Begründet wurde der Schritt mit einer "ernsten und unmittelbaren" Bedrohung. Alle Sportverbände haben Veranstaltungen, etwa Fußballspiele, abgesagt. Den Bürgern wird geraten, zu Hause zu bleiben oder Wege möglichst kurz zu halten. Vorausgegangen sei eine "neue Beurteilung" der Lage.
Auch beim Zugverkehr gab es zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Das Militär ist in den großen Brüsseler Bahnhöfen und in der ganzen Innenstadt präsent, am Brüsseler Flughafen sowieso. Nach der Terrorserie von Paris führen viele Spuren nach Belgien. Der mutmaßliche Organisator der Attentate, , war Belgier mit marokkanischen Wurzeln und lebte im Brüsseler Problembezirk Molenbeek.
Premierminister: "Risiko ähnlich wie in Paris"
Belgiens Premierminister Charles Michel berief eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates ein, um über weitere Sicherheitsmaßnahmen zu beraten. Denn Brüssel ist ja auch der Sitz der Europäischen Union und der NATO. Danach sagte er: "Nach den Informationen gibt es das Risiko eines Attentats ähnlich wie in Paris".
Die potenziellen Anschlagziele seien Einkaufszentren, der öffentliche Verkehr sowie Großereignisse. "Es würde sich also um die Bedrohung eines Attentats auf verschiedene Plätze durch mehrere Personen handeln", so Michel. Zum Einsatz könnten "Waffen und Sprengstoff" kommen.
Ein Sprecher des nationalen Krisenzentrums meinte schon Samstagfrüh im belgischen Radio: "Die Empfehlungen an die Bevölkerung sind sehr einfach: Wir bitten darum, Plätze mit vielen Menschen in der Hauptstadtregion Brüssel zu vermeiden, also Konzerte, Großereignisse, Bahnhöfe, Flughäfen und den öffentlichen Personennahverkehr." Im Rest Belgiens gilt weiter die Stufe 3, was einer "möglichen und wahrscheinlichen" Bedrohung entspricht.
Molenbeek macht weiter Probleme
Vor allem die Gemeinde Molenbeek sorgt bei den Verantwortlichen weiter für Probleme. Der belgische Innenminister Jan Jambon gibt daran auch der föderalen Struktur des Landes, und insbesondere Brüssels, eine Mitschuld. Die Stadt ist in 19 großteils autonome Gemeinden aufgeteilt und in sechs Polizeizonen. Die vielen Verwaltungseinheiten behindern den Informationsfluss.
Belgien gilt seit Jahren als europäischer Hotspot für Islamisten und Dschihadisten. Aus keinem anderen europäischen Land gingen - anteilig zur Bevölkerung - so viele junge Muslime nach Syrien. Und auch die Szene in Belgien hat sich laut Einschätzung von Experten in den letzten Jahren rasant radikalisiert und an Zulauf gewonnen.
Premier Michel räumte letzte Woche ein, dass sein Land Probleme im Kampf gegen islamistischen Terror habe: "Ich stelle fest, dass es fast immer eine Verbindung nach Molenbeek gibt." Belgien erleichtere durch seine geografische Lage und seine guten Verkehrsverbindungen in Nachbarländer "die Bewegung von Menschen mit feindlichen Absichten".