Nach Zwangspause

Tesla fährt sein Werk in Deutschland wieder hoch

Der Elektroautohersteller musste seine Produktion in Grünheide bei Berlin fast komplett stoppen. Zudem hat der Autobauer ein Nachfrageproblem.

Newsdesk Heute
Tesla fährt sein Werk in Deutschland wieder hoch
Die Tesla Gigafactory in Grünheide vor den Toren Berlins nimmt ab Montag die Produktion wieder auf.
REUTERS

Für rund eineinhalb Wochen musste der Elektroautohersteller Tesla im einzigen europäischen Werk in Grünheide eine Zwangspause einlegen. Nun soll die Produktion am Montag, 12. Februar, wieder komplett hochgefahren werden.

Tesla hatte die Autofertigung am 29. Jänner wegen der Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer ruhen lassen. Weil Bauteile fehlten, verschoben sich die Transportwege. Doch nicht alles stand still: Tesla produzierte nach eigenen Angaben weiter, wo es möglich war, nahm Wartungen und Reparaturen vor und schulte Mitarbeiter.

Die Lage am Roten Meer bringt den Welthandel durcheinander, auch die Autoindustrie in Europa. Volvo und Michelin hatten sich ebenfalls entschieden, die Produktion zu drosseln.

Ausbaupläne in Deutschland

Der temporäre Produktionsstopp erfolgte inmitten geplanter Ausbaupläne. Das Unternehmen möchte die Produktionsfläche in Grünheide von 280 Hektar um weitere 110 Hektar vergrössern. Dafür muss ein grosser Teil des Waldes abgeholzt werden.

Von der Gemeindevertretung gab es vor einem Jahr bereits grünes Licht für den Bebauungsplan. Aktuell läuft zusätzlich eine Einwohnerbefragung, bei der 7000 Anwohnende gebeten werden, per Post eine Stellungnahme zu den Ausbauplänen zu geben.

Laut mehreren Berichten deutscher Medien ist die Gemeinde aber sehr gespalten.

Tesla mit weniger Verkäufen

Die letzten Wochen verliefen aus Sicht des E-Auto-Herstellers alles andere als positiv. Aufgrund von hohen Lagerbeständen beim Tesla Model Y, hat Tesla zuerst in China, danach auch in Europa die Preise gesenkt.

Ende 2023 löste der chinesische Autohersteller BYD Tesla zudem an der Spitze der erfolgreichsten Elektroautohersteller ab. Das Unternehmen lieferte im Vergleich zu Tesla rund 43'000 Elektrofahrzeuge mehr aus im letzten Quartal.

BYD stichelt gegen Tesla

Der direkte Vergleich der beiden Unternehmen stieß Musk sauer auf. Als Antwort auf einen Nutzer der Plattform X (ehemals Twitter), der Tesla und BYD verglich, sagte Musk, Tesla sei ein Unternehmen für künstliche Intelligenz und nicht nur ein Autohersteller.

    Da war das Glück noch perfekt: Stefan und sein Traumwagen, ein Tesla Model Y Performance.
    Da war das Glück noch perfekt: Stefan und sein Traumwagen, ein Tesla Model Y Performance.
    Leserreporter

    Knapp drei Wochen später kam die Kampfansage von BYD. Ein leitender Angestellter liess über eine chinesische Social-Media-Plattform verlauten, dass sich Musk warm anziehen solle für dieses Jahr. Das in Zusammenarbeit mit Mercedes produzierte Modell Denza N7 "werde über den Tesla Model Y triumphieren".

    Tesla plant derweil die Einführung eines Einstiegsmodells, welches ab rund 23.000 Euro erhältlich sein soll. Die Produktion in Mexiko soll aber erst 2025 starten.

    Tesla nicht mehr unter den beliebtesten Marken

    Ein weiterer Dämpfer für Tesla: Das auf Marken spezialisierte Unternehmen Brand Finance hatte am WEF sein Ranking mit den besten Marken veröffentlicht. Tesla fiel vom neunten auf den 18. Rang zurück.

    Diese Storys solltest du am Freitag, 1. März, gelesen haben

    Auf den Punkt gebracht

    • Tesla hat seine Produktion in Grünheide, Deutschland, nach einer fast zweiwöchigen Zwangspause wieder aufgenommen, die auf Logistikprobleme durch die Angriffe der Huthi-Miliz im Roten Meer zurückzuführen war
    • Das Unternehmen plant auch die Erweiterung seines Werks in Grünheide, stößt jedoch auf geteilte Meinungen in der Gemeinde
    • Trotzdem musste Tesla Preissenkungen aufgrund von hohen Lagerbeständen vornehmen und verlor seinen Spitzenplatz unter den Elektroautoherstellern ans chinesische Unternehmen BYD, was zu einer Kampfansage vonseiten BYDs führte
    • Tesla plant außerdem die Einführung eines erschwinglichen Einstiegsmodells
    red
    Akt.