Test: Spielschleime schaden der Gesundheit

Spielschleime sind oft gesundheitsschädlich.
Spielschleime sind oft gesundheitsschädlich.Bild: iStock
Die deutsche Stiftung Warentest warnt vor Spielschleim für Kinder. Alle getesteten Proben können zu Erbrechen und Durchfall führen.

Spielschleim (oder "Slimes" genannt) üben eine weit verbreitete Faszination auf Kinder aus. So schön glibberig, klebrig und oft leuchtet er sogar.

Die deutsche Stiftung Warentest hat sich nun einige der zahlreichen Produkte am Markt zur Brust genommen und getestet. Das Fazit fällt weniger gut aus.

Giftig

Denn alle fünf getesteten Proben haben zu viel Borsäure abgesondert. Da diese beim Spielen auf die Haut übergehen kann, drohen gesundheitliche Folgen. Durchfall, Erbrechen oder Krämpfe etwa. Außerdem stuft die Europäische Chemikalienagentur ECHA Bor als schädlich für die Fruchtbarkeit und ungeborenes Leben ein.

Grenzwerte überschritten

Die EU hat aus diesem Grund Grenzwerte festgelegt, wie viel Bor ein Kinderspielzeug absondern darf. Diese 300 Miligramm pro Kilogramm wurden bei allen fünf Spielschleimen überschritten. Produkte von Vikiluku, Jim's Store und iBase Toy gaben sogar dreimal soviel Bor ab wie erlaubt.

Laut dem Hersteller sind die von Stiftung Warentest überprüften Produkte mittlerweile nicht mehr erhältlich. Sie stammten von einem chinesischen Hersteller und wurden über den Amazon Marketplace verkauft.

Auch Warentest-Organisationen aus Italien, Großbritannien und Spanien warnten in der Vergangenheit vor zu hohen Bor-Werten. Die früheste Warnung stammt vom deutschen Institut für Risikobewertung und datiert aus dem Jahr 1995.

Doch auch wenn diese speziellen Produkte nicht mehr erhältlich sind, heißt es aufpassen. Der Großteil der erhältlichen Spielschleime wird in China hergestellt, alle enthalten Bor.

Warum ist da Bor drin?

Speziell bei Spielschleim wird Bor benötigt, um die typische, glibberige und zähe Konsistenz zu erzielen. Ohne geht es also anscheinend nicht.

Was kann man tun?

Beim bloßen Angreifen des Schleims wird wohl nicht so viel Bor abgesondert, um ernsthafte Beschwerden auszulösen. "Eine akute Gefahr geht von den geprüften Schleimen wahrscheinlich nicht aus", formulieren es die Tester.

Allerdings verstärken die Verpackungen (Becher, Strohhalme) das Risiko, dass der Schleim auch in den Mund genommen und verschluckt wird, wie die Stiftung Warentest kritisiert.

Schleim selber herstellen

Eine Alternative wäre, den Schleim selbst herzustellen - der darf dann sogar gegessen werden.

So geht's (Rezept via test.de): 180 g Marshmallows 30 Sekunden lang in die Mikrowelle geben. Wiederholen, bis die Masse flüssig ist. Dann die Hände mit Mehl bestäuben und so lange Mehl unter die Masse kneten, bis sie zäh ist und nicht mehr so stark klebt. Mit Lebensmittelfarbe und -dekoration kann der essbare Schleim eingefärbt werden. (red)

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