Testflug: Mit Batmans Elektro-Bike durch Tirol

Ob Biene Maya oder Batmobil: das futuristische E-Bike von Johammer sieht nicht nur filmreif aus, auch eine Testfahrt in den Bergen Tirols ist großes Kino.

Mischung aus Biene Maja und Batmobil? Reitinsekt unter Strom mit dem Sound einer Rolltreppe? Elektrifizierter Grashüpfer? Eins ist sicher: die Johammer J1 polarisiert! Grund genug, das E-Bike "Made in Austria" einem Härtetest zu unterziehen. „Heute" hat die Probe im schönen Posthotel Achenkirch (Tirol) gemacht, das heuer seinen 100. Geburtstag feiert – dort stehen zwei schnittige und babyblaue J1.200 zur Probefahrt bereit.

Im Netz wird vom "Grashüpfer" berichtet (Quelle: YouTube).

Selbst als erfahrener Biker ist man froh, dass einem die futuristische Maschine aus der steilen Tiefgarage gefahren wird – schon die Lenkerarme schauen recht gewöhnungsbedürftig aus. Nach einer kurzen Einweisung freut man sich dann über einen halbwegs gelungenen Start – unter den neugierigen Augen der Gäste im Schanigarten vor dem 5-Sterne-Wellnesshotel. Für die ungewohnte Radnabenlenkung brauchen Fahrer ein paar Minuten Übung, dann kann die kurvenreiche Strecke am herrlichen Achensee genossen werden.

Der leise Renner sorgt für viel Erstaunen auf der Straße



Die getestete J1.200 – für 200 Kilometer Reichweite – schnurrt wie eine Katze und lässt fast vergessen, dass man bei einem Motorrad stampfende Einzylinder, brabbelnde V2-Aggregate oder hochdrehende Vierzylinder voraussetzt. Der leise Renner aus Bad Leonfelden (OÖ) sorgt deshalb bei anderen Verkehrsteilnehmern oft für erstaunte Blicke. Kleiner Tipp: Nicht darauf vertrauen, dass Passanten automatisch von der Straße hüpfen – ohne Höllenlärm sind sie auf ein Bike nicht immer gefasst!

Obwohl für Gepäck wie für einen Sozius der Platz fehlt, macht der Elektroflitzer, der zu 100 Prozent recycelbar ist, richtig Spaß – vom langweiligen Image der E-Fahrzeuge muss man endgültig Abstand nehmen. Cool auch: Die Farb-Displays in den Rückspiegeln informieren ständig über Tempo und Akku-Ladezustand. Zudem reichen die 15 PS des Synchronmotors locker, um das 178 Kilogramm leichte Bike auf (elektronisch abgeregelte) 120 km/h zu beschleunigen. Der Preis des Batmobils ist allerdings nicht gerade billig: mit 25.000 Euro kostet die J1.200 so viel wie eine Harley.

Das E-Bike ist in zwei bis drei Stunden an der Steckdose aufgeladen

Wer noch mehr Pferdestärken benötigt: Das Posthotel Achenkirch bietet zudem das Tesla Model S 85D an, dessen 8.000 Akkuzellen saubere 428 PS auf die Straße zaubern. Bei einer Reichweite von bis zu 502 Kilometern konnen die Gaste dann ausgedehnte Touren durch die Bergwelt Tirols unternehmen. Geladen werden E-Auto und E-Motorrad im Hotel mit Strom aus der hoteleigenen Photovoltaikanlage, die einen Teil der benotigten Energie fur das Resort liefert. An der heimischen Steckdose dauert der Ladevorgang (80 Prozent) zwei bis drei Stunden.

Im Posthotel wird die Johammer zur Ausfahrt angeboten (Quelle: YouTube).

Aber der Clou: Schon beim Bremsen und Bergabfahrten wird ein Teil der Bewegungsenergie zurückgewonnen, um damit den Akku aus 1200 einzelnen Lithium-Ionen-Batterien aufzuladen. Wer nach ereignisreichem Ausritt mit der J1.200 noch nicht genug hat: Im Posthotel warten zur Entspannung ein 7.000 Quadratmeter großer Wellnessbereich inklusive Ying-Yang-Pool und "Versunkenem Tempel" oder zum Auspowern ein neu angelegter Kraftraum auf 200 Quadratmetern – mit Rudergerät und Indoor-Cycling-Bike. Wie bei den umweltfreundlichen Fahrzeugen setzt das Romantikhotel auch bei den Zimmern auf Naturmaterialien: Die neuen "SigNature"-Rooms in Holzbauweise wurden nach dem japanischen Ästhetik-Konzept "Wabi Sabi" eingerichtet.

Fazit der filmreifen Tour: Die Johammer J1.200, vom US-Magazin "Wired" als Mix zwischen Tintenfisch (Lenker) und Krümelmonster (Farbe) bezeichnet, ist ein schönes und schnittiges Spaßmobil – und für Lenker sowie Passanten ein echter Hingucker. (tas)

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