Oberösterreich

Teuerung am Bau – "Vielen Unternehmen droht Insolvenz"

Die Teuerung schlägt erneut hart zu. Diesmal trifft es die Baubranche. Die Wirtschaftskammer OÖ rechnet für 2023 mit vielen insolventen Firmen. 

Die Wirtschaftskammer OÖ rechnet mit einem weiteren Rückgang bei den Aufträgen.
Die Wirtschaftskammer OÖ rechnet mit einem weiteren Rückgang bei den Aufträgen.
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2022 habe für den Bausektor laut WKOÖ eigentlich vielversprechend begonnen. Nach einer dynamischen ersten Jahreshälfte war zuletzt die Auftragsentwicklung aber rückläufig. 

Im Vergleich mit anderen Branchen hat die Bauwirtschaft die Krisen der Vergangenheit relativ unbeschadet überstanden. Die hohen Energiekosten machen jetzt aber uns allen zu schaffen. Wir sind nun mit enormen Hürden konfrontiert, die es gemeinsam zu stemmen gilt“, sagt Bau-Landesinnungsmeister Norbert Hartl.

Im Branchenverbund rechnet man damit, dass das Wachstum in den kommenden Jahren nachlässt. In einigen Sektoren werden sogar massive Auftragseinbrüche befürchtet.

Zu schaffen machen der Branche etwa Teuerungen im Energie-Bereich, zusätzliche CO2-Steuern, hohe Energiepreise, steigende NoVA, Kreditklemmen bei Privaten oder eine sinkende Kaufkraft durch die Inflation.

Teuerungen, zusätzliche CO2-Steuern, hohe Energiepreise, steigende NoVA, Kreditklemmen bei Privaten oder eine sinkende Kaufkraft durch die Inflation sind nur einige Knackpunkte, die auf uns zukommen. Es besteht Handlungsbedarf, insbesondere für die Politik“, betont Hartl.

Alleine aufgrund der CO2-Bepreisung müsse mit steigenden Baustoffkosten gerechnet werden, was zum Nachfrageeinbruch beim Privatbau führe. Aber auch im Industrie- und Gewerbebereich beginne die Nachfrage zu bröckeln.

 Massive Arbeitslosigkeit im Bauhauptgewerbe und Insolvenzgefahr für viele Unternehmen sind andererseits zu befürchten.

"Mit diesen Aussichten werden sich nächstes Jahr keine überzogenen Lohnerhöhungen ausgehen. Massive Arbeitslosigkeit im Bauhauptgewerbe und Insolvenzgefahr für viele Unternehmen sind andererseits zu befürchten. Denn die extremen Anstiege bei Energiekosten und Baupreisen lassen sich am Markt nicht durchsetzen", warnt der Erxperte. 

Um die Bauwirtschaft auf die bevorstehenden Herausforderungen bestmöglich vorzubereiten, sieht er in den Bereichen Bauforschung, Digitalisierung sowie ständiger Weiterbildung die wesentlichen Ansatzpunkte.

"Ständig auf Krisenmodus zu sein, fordert die Unternehmen", sagt auch Martin Greiner, Landesinnungsmeister des Bauhilfsgewerbes mit 18 verschiedenen Berufsgruppen. "Einzelne Berufsgruppen haben bereits große Einbrüche zu verzeichnen und jedes einzelne Unternehmen hat seine eigenen Probleme zu meistern. Ungeachtet dessen sind wir weiter optimistisch, zumal wir trotz ständiger Krisenverschärfungen immer wieder derartige Situationen im Sinne aller bewältigen können."

Bauwirtschaft größter Arbeitgeber in OÖ

Der Branchenverbund Bauwirtschaft OÖ mit den fünf Fachgruppen Bau, Bauhilfsgewerbe, Baustoff-, Eisen- und Holzhandel, Dachdecker, Glaser und Spengler sowie Holzbau besteht seit 2019.

"Insgesamt bündeln wir rund 9000 Mitglieder. Etwa 100 gewählte Funktionäre sind ehrenamtlich als Vertreter der Mitgliedsbetriebe in den einzelnen Ausschüssen tätig", sagt Markus Hofer, Geschäftsführer des Branchenverbunds. Das Bindeglied über alle Gewerke ist der Bauherr bzw. das Bauvorhaben, das im Endeffekt über alle Fachgruppen umgesetzt wird.

"Wichtig ist der Erhalt der Eigenständigkeit der einzelnen Fachgruppen mit gleichzeitiger Nutzung der gemeinsamen Strukturen", so Hofer. Mit deutlich über 100.000 Mitarbeitern ist die Bauwirtschaft der mit Abstand größte Arbeitgeber in OÖ und stellt jeden vierten Arbeitsplatz.

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