Vorweg eine gute Nachricht: Die Teuerung in Österreich hat sich im Juni auf 3,2 Prozent abgeschwächt. Vor allem günstigere Treibstoffe und Heizöl bremsten den Preisanstieg.
Dienstleistungen blieben unterdessen weiter der größte Kostentreiber. Vor allem Gastronomie, Hotels und Gesundheitsleistungen verteuerten sich erneut deutlich, so die Statistik Austria.
Trotz der leichten Entspannung zeichnen Wissenschafter der Linzer Kepler Uni ein düsteres Bild: Die Lage im österreichischen Handel habe auch im ersten Halbjahr 2026 keine nachhaltige Erholung gezeigt. Die Ergebnisse würden "eher für eine Bodenbildung als für einen beginnenden Aufschwung" sprechen, so das Institut für Handel, Absatz und Marketing (IHaM).
In 16 von 25 untersuchten EU-Ländern lag das Klima in der Branche in den ersten sechs Monaten im positiven Bereich. Österreich hingegen rutschte im Ranking auf Platz 21 ab – nach 19 in der entsprechenden Vorjahresperiode. Deutschland und Frankreich lagen noch schlechter.
Das Resümee von IHaM-Forscher Ernst Gittenberger: "Der Iran-Konflikt dürfte den bereits fragilen Erholungsprozess zusätzlich gebremst haben." Auch der Ausblick der Handelsmanager auf das dritte Quartal lasse keinen Aufschwung erwarten.
„Wir können keine Entwarnung für den heimischen Einzelhandel geben."“Christoph TellerInstitutsvorstand
Einzelhändler seien tagtäglich mit Kunden im Austausch und würden Veränderungen spüren, lange bevor sie sich statistisch in harten Zahlen manifestieren, ergänzt Institutsvorstand Christoph Teller. Die Konsumenten seien zu verunsichert, um Konjunkturimpulse auszulösen. "Daher können wir auch keine Entwarnung für den heimischen Einzelhandel geben."