Nach mehreren Beschwerden über sexuelle Handlungen von Urlaubern in der Öffentlichkeit will Thailand jetzt strenger gegen "unangemessenes Benehmen" durchgreifen. Die Regierung macht sich Sorgen um den Ruf des Landes. Wer sich danebenbenimmt – dazu zählt auch der illegale Konsum von Drogen – muss künftig mit einer Anzeige rechnen, weil solche Taten der "schönen Kultur Thailands widersprechen", wie Regierungschef Anutin Charnvirakul am Mittwoch erklärt hat. Auch die Kontrollen der Polizei in Vergnügungslokalen sollen verschärft werden.
Die Ankündigung folgt auf einen Vorfall am Montagabend: Ein Spanier und eine Peruanerin wurden auf der bei Urlaubern beliebten Insel Phuket beim Oralsex in einer Autorikscha erwischt. Den beiden droht jetzt die Abschiebung. Laut lokalen Medien wurden bereits im Februar zwei französische Paare ausgewiesen, nachdem im Internet Videos aufgetaucht waren, die sie beim Sex in der Öffentlichkeit auf Phuket zeigen – eines der Paare am Strand, das andere ebenfalls in einer sogenannten Tuk-Tuk-Rikscha.
Trotz seines Rufes als Ziel für Sex-Touristen ist Thailand eigentlich ziemlich konservativ. Wer in der Öffentlichkeit nackt ist oder beim Sex erwischt wird, kann mit einer Strafe von bis zu 5.000 Baht (rund 130 Euro) rechnen.
Der Tourismus ist ein wichtiges Standbein für Thailands Wirtschaft. Trotzdem hat er das Niveau von vor der Corona-Zeit noch nicht erreicht. Heuer werden etwa 33,5 Millionen Besucher erwartet – das sind zwar mehr als im Vorjahr, aber auch zwei Millionen weniger als ursprünglich gedacht. Hauptgrund dafür ist vor allem der Iran-Krieg.