The Legend of Zelda: Breath of the Wild im Test

The Legend of Zelda: Breath of the Wild: Wer den Test abkürzen will, dem sei geschrieben, dass der epische Titel ein actionreiches Meisterwerk ist.
Fast gänzlich ohne Schwächen und fesselnd auch noch über mehr als 50 Stunden! The Legend of Zelda: Breath of the Wild legt sich mit den besten Zelda-Spielen der Reihe an und übertrifft sie - und Links neues Abenteuer stellt einen Kaufgrund für die Nintendo Switch dar.

Wer sich in Breath of the Wild nach Hyrule begibt, der trifft zuerst auf das bekannte Zelda-Design und das ebenso liebgewonnene Gameplay. Gleichzeitig bringt Breath of the Wild aber eine Fülle neuer Designs und Mechaniken, die einfach atemberaubend sind. So zeigt sich das neue The Legend of Zelda Game nicht nur als Action-Adventure, sondern auch als komplexes Open-World-Survival-Game.

Spieler müssen jederzeit nicht nur auf Gegner achten, auch die Natur stellt sich feindlich dar. In der Wüstensonne droht unser Abenteurer zu versengen, bei Gewittern vom Blitz getroffen zu werden. Rüstungen müssen aus diesem Grund auf die Umgebung abgestimmt werden - jegliche andere Ausrüstung wie Waffen, Nahrung und Tränke findet man als kombinierbare Rohstoffe in der Natur oder bei Gegnern.

Unglaubliche, aber fordernde Freiheit

Entgegen manch anderem Zelda-Titel ist Breath of the Wild extrem fordernd, Link droht schon von kleinen Gefahren der Tod. Auch die Gegner sind eine Herausforderung, jeder Feind versucht mit ungewohnt agilen und trickreichen Angriffen, zum Todesstoß anzusetzen. Unglaublich ist die offene Welt, in der Link nicht vorgegebene Missionen abarbeiten muss, sondern einfach tun kann, was ihm beliebt. So gut wie jeder Punkt der Karte kann jederzeit besucht werden, ohne dass die Handlung stockt.

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Es liegt auch zu einem großen Teil am Spieler selbst, die Welt zu erkunden und zu entdecken. Während andere Open-World-Titel die Zocker durch Marker oder ähnliches zu einem vorgegebenen Ort führen, geht Breath of the Wild einen anderen Weg. Der Abenteurer muss Ruinen, Regionen und auch zahlreiche Dungeons selbst finden und ihre Geheimnisse erkunden. Das passt wie die Faust aufs Auge zur Handlung, in der Link zu Beginn aus einem 100 Jahre andauernden Schlaf erwacht und das Land Hyrule von der bösen Macht Ganon bedroht sieht. Was passiert ist und wie man Ganon bekämpfen kann, muss nicht nur von Link, sondern vom Zocker beim Spielen erst herausgefunden werden.

Bombastische Inszenierung

Wer den Beginn von Breath of the Wild verfolgt, der könnte sich in einem Blockbuster-Kinofilm wähnen. Link erwacht in einer Art Höhle, bekommt mit Einblendungen die ersten Steuerungsmöglichkeiten serviert und tritt schließlich ins Licht von Hyrule. Auf einem Bergplateau blickt unser Held schließlich das erste Mal auf das Land nieder - Wolken, Himmel, Berge, Schluchten, Seen und Flüsse liegen uns zu Füßen. Die Kamera schwenkt über die Umgebung, das Abenteuer beginnt.

Von den Umgebungen hat Breath of the Wild Spektakuläres zu bieten: verschneite Landschaften, trockene Wüsten, saftige Wiesen, felsige Berge oder dunkle Höhlen - jeweils mit ihren ganz eigenen Wetter- und Klimabedingungen, die sich auf Links Bewegungen und Physis auswirken. Bis man sich nicht nur dagegen, sondern auch für starke Gegner gerüstet hat, vergeht schon einiges an Spielzeit. Anfangs muss sich Link nämlich damit erwehren, was er gerade so findet - und so wird die erste "Waffe" meist ein Ast eines nahegelegenen Baumes sein.

Ausgefallenes Waffenarsenal

Keine Sorge, Link bleibt nicht lange so wehrlos, wie er es zu Beginn seines Abenteuers ist. So gut wie jeder Gegner lässt Schwerter, Äxte, Schilde und Bögen fallen - allerdings wird man nie lange dieselbe Waffe nutzen. Das deshalb, weil Waffen mit einer Haltbarkeit versehen sind, die sich pro Schlag und Schuss Richtung Schrott bewegen. Im Laufe des Spiels wird man deshalb nicht nur Dutzende Male die Waffe wechseln, sondern auch entscheiden müssen, für welchen Gegner man starke Waffen aufhebt.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild
The Legend of Zelda: Breath of the Wild


Zudem ermöglicht The Breath of the Wild eine Reihe an Kampftaktiken. Schwache Gegner können mit dem Schild geblockt werden, starke Gegner erfordern dagegen geschicktes Ausweichen oder Fernangriffe mit dem Bogen. Letztere können auch mit unserem Pferd, das uns zudem über weite Strecken transportiert, durchgeführt werden. Ausweichmanöver oder Abspringen vom Pferd im richtigen Moment lösen zudem Zeitlupen aus, mit denen man sich eine strategischen Kampfvorteil erarbeiten kann. 

Die genialen Momente des Spiels

Dass Breath of the Wild dem Spieler nicht verrät, was er alles tun kann und wie er zu spielen hat, ist die geniale Stärke des Titels. In spannenden Kämpfen und Rätseln wird der Spieler immer wieder über hunderte Mechaniken zum Staunen kommen. Versehentlich schießen wir mit einem Brandpfeil statt auf einen Gegner auf eine Wiese - und plötzlich brennt das Gras und das Feuer schließt die Gegner ein. Oder wir blocken Pfeile mit dem Schild und stellen später nach dem Kampf fest, dass im Schild eingeschlagene Pfeile von Link ins Inventar eingefügt werden.

Holz kann entflammt, Wasser und Eisen unter Strom gesetzt und Material eingefroren werden - entweder in der Natur vorhandenes oder vom Gegner getragenes - aber auch Link selbst ist diesen Mechaniken ausgesetzt. Was alles möglich ist, das lernt der Spieler über Dutzende Stunden und der Kreativität im Kampf sind kaum Grenzen gesetzt. So wird man auch, hat man sich Ganon nach gut 50 Stunden konsequentem Spielens gestellt, noch nicht annähernd die ganze Welt von Hyrule mit allen ihren Eigenheiten erforscht. Auch die Rätsel, die sich vor allem in den großen Dungeons des Spiels finden, wissen zu begeistern. Durch geschickte Schiebe-, Wurf- und Hebeaufgaben ist Abwechslung gegeben - nach rund 70 Stunden im Spiel waren wir aber weit entfernt davon, die rund 100 Dungeons und Schreine allesamt besucht zu haben.

Präzise Steuerung mit Witz

Link durch Hyrule wandern zu lassen, ist auch durch die Steuerung eine Freude - sie funktioniert präzise und man behält auch in heftigen Gefechten die Übersicht. Freiheit wird auch bei der Bewegung groß geschrieben - die Entwickler sprechen dahingehend von "Open Air" statt Open World. Link kann - so lange es seine Ausdauerleiste zulässt - nicht nur rennen, sondern auch an Felswänden hochklettern oder mit einem Gleitschirm Distanzen überwinden. Wie bereits erwähnt: Spielt das Wetter in Form von Sturm, Regen und Gewittern nicht mit, ist Link dabei in Lebensgefahr. Stylisch: Das Schild wiederum kann als Surfbrett genutzt werden, mit dem man glitschige Abhänge hinunterfährt.

Zelda: Breath of the Wild Zusatzinhalte
Zelda: Breath of the Wild Zusatzinhalte


Abwechslungsreich zeigen sich auch die Figuren, auf die Link in seinem Abenteuer trifft. Viele liefern uns Nebenaufgaben, andere wiederum suchen nur die gepflegte Diskussion, die oft mit einer gehörigen Portion Witz geführt werden. Grafisch ist Breath of the Wild das bisher eindrucksvollste Zelda-Abenteuer - Detail-Oscar wird es keinen gewinnen, auf das zielten aber Nintendo- und Zelda-Games ohnehin nie ab. Insgesamt wurde die Welt grafisch schön eingefangen, besonders die Sichtweite und die wechselnden Umgebungen, Lichtverhältnisse und Gegneranimationen wissen zu beeindrucken. Musikalisch wird gewohnt Hochklassiges geliefert - eingestreute, dezente Töne beim Erforschen, anschwellende Bombastmusik bei großen Kämpfen.

Fazit: Das beste Zelda aller Zeiten

Kaum ein Spiel ließ uns bisher dermaßen Schwärmen, wie es The Legend of Zelda: Breath of the Wild geschafft hat. Von der großartigen Welt über die humorvollen Figuren, die intelligenten Gegner, die kniffligen Rätsel und die ungeahnte spielerische Freiheit hat uns Breath of the Wild vollends überzeugt. Beschweren kann man sich höchstens über Kleinigkeiten - so sind zwar einige wichtige Gespräche vertont, Link bleibt aber weiterhin stumm. Und: Aufgrund der grafischen Grenzen der Switch kommen verwaschene Texturen vor.

All das tut aber dem überwältigenden Spieleerlebnis von Breath of the Wild keinen Abbruch, schmälert das grandiose Game nicht im Geringsten. Wer bisher Legend-of-Zelda-Spiele beiseite gelassen hat, der sollte spätestens jetzt in Links Haut schlüpfen. Bei allem Respekt der großartigen Zelda-Serie gegenüber: Breath of the Wild ist das beste "The Legend of Zelda"-Spiel aller Zeiten. Und nicht nur das: Quer über alle Plattformen und alle Genres ist The Legend of Zelda: Breath of the Wild schon jetzt ein ganz, ganz großes Stück Videospielgeschichte. (rfi)

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