Theater-Cluster mitten in Wien – schon 24 Infizierte

TAG auf der Gumpendorfer Straße
TAG auf der Gumpendorfer StraßeHelmut Graf
Ernster Nachgang für "Die lustige Witwe" in Wien: Nach der Operette an der Musik- & Kunstuni der Stadt wurden 24 Personen positiv auf Covid getestet.

Zum Lachen ist nach der Vorführung von "Die lustige Witwe" am TAG in der Wiener Gumpendorfer Straße niemandem zumute. Wie "Heute" erfuhr, ist Wien trotz umfangreicher Sicherheitskonzepte für den Kunst- und Kulturbereich mit einem "Theater-Cluster" konfrontiert. Obwohl im gesamten TAG Mund-Nasenschutz getragen werden muss, breitete sich das Virus nach der Operette am 6. September rasant aus. Ein Schauspieler war an Covid-19 erkrankt und hatte wohl schon im Vorfeld Kollegen angesteckt – denn obwohl die Zweitbesetzung auf die Bühne geschickt worden war, gab es bisher zumindest zwei Dutzend neue Corona-Fälle, die auf den Erkrankten zurückzuführen sind.

Schon 24 Fälle

"Es wurden sofort alle weiteren Vorstellungen gestoppt und die vorgeschriebenen Informationen an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Kontaktpersonen wurden, soweit bekannt, informiert, unter Quarantäne gestellt und getestet. Aktuell gibt es 24 Fälle, die alle auf diesen Cluster zurückzuführen sind", bestätigt der Marketingchef der Musik- und Kunstprivatuniversität der Stadt Wien gegenüber "Heute".

Besonders tückisch wohl: die Tanzeinlagen im Stück, die zwangsläufe zu Nähe führen. "Heute" zugetragene Infos, dass die Schauspieler auch im Zuschauerraum getanzt haben sollen, wurden seitens der MUK nicht bestätigt.

"Unverzüglich reagiert"

Die MUK habe "entsprechend der behördlichen Vorgaben unverzüglich reagiert", stellt Pressesprecher Bernhard Mayer-Rohonczy klar. "Alle erforderlichen Maßnahmen wurden ergriffen." Personen, die Teil dieses Clusters sind, wurden nach Bekanntwerden der ersten positiven Corona-Fälle umgehend informiert, die Standorte der MUK nicht mehr zu betreten. Somit konnte eine Verbreitung auf die Universität verhindert werden. Alle Produktionen mit Publikumsbeteiligung wurden vorerst bis Oktober gestoppt. Die MUK (850 Studenten, 270 Professoren) steht im Eigentum der Stadt Wien.

Bisher keine Kultur-Cluster

Bitter ist das Auftreten dieser 24 Fälle für die komplette Kunstbranche, schließlich ging bei den Salzburger Festspielen und der jüngst erfolgten Premiere von Bogdan Roščić an der Staatsoper alles reibungslos über die Bühne. Nun befürchten andere Theater, dass dieser Cluster auch ihre Häuser erfassen könnte – Absagen werden befürchtet. Auch, was bei einer möglichen Orange-Schaltung der Stadt Wien auf der Corona-Ampel im ohnehin schon gebeutelten Kulturbereich droht, liegt auf der Hand …

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