Am Vorarlberger Landestheater fliegen jetzt endgültig die Fetzen: Intendantin Stephanie Gräve wurde mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben entbunden. Der Grund: eine Anzeige wegen Urkundenfälschung gegen KuGes-Geschäftsführerin Monika Wagner. Die Vertrauensbasis sei "nicht mehr gegeben".
Konkret geht es um den Vorwurf, Wagner habe bei einer Vertragserstellung unerlaubt Gräves digitale Unterschrift verwendet. Die KuGes spricht von einem "unbeabsichtigten administrativen Fehler" – Gräve zog dennoch die Reißleine und zeigte Wagner an.
Wer das Theater nun interimistisch führen soll, ist völlig offen. "Wir haben aktuell keine fertigen Lösungen in der Schublade", räumte Wagner ein. Der Spielbetrieb soll aber weiterlaufen.
Schon seit Monaten brodelte es hinter den Kulissen. Spätestens seit März galt das Verhältnis zwischen Gräve und der Kulturhäuser-Gesellschaft als zerrüttet. Damals wurde bekannt, dass ihr Vertrag nach 2028 nicht verlängert werden soll – obwohl Gräve gerne bis 2030 geblieben wäre.
Die Entscheidung sorgte in der Kulturszene für heftige Kritik. Viele zeigten sich irritiert über die Kommunikation der Verantwortlichen. Beobachter vermuteten hinter dem Streit auch Konflikte rund um die Finanzierung und Sanierung des Kornmarkttheaters.
Für Stephanie Gräve ist die Freistellung kein völliges Neuland: Bereits vor ihrer Zeit in Bregenz musste sie in Bern nach internen Differenzen ihren Posten räumen. Damals sagte sie noch, sie plane keine Wiederholung dieser Erfahrung – nun holt sie die Vergangenheit erneut ein.